GroKo

Gesundheitspolitiker fordern Gesetz zu Tabakwerbeverbot

Ein Gesetz zum Tabakwerbeverbot war einst am Nein der Unionsfraktion gescheitert. Nun pochen GroKo-Politiker auf einen neuen Anlauf.

Mehrere Gesundheitspolitiker der Großen Koalition fordern einen neuen Anlauf für ein weitreichendes Tabakwerbeverbot.

Mehrere Gesundheitspolitiker der Großen Koalition fordern einen neuen Anlauf für ein weitreichendes Tabakwerbeverbot.

Foto: Martin Gerten / dpa

Berlin.  Mehrere Gesundheitspolitiker der Großen Koalition fordern einen neuen Anlauf für ein weitreichendes Tabakwerbeverbot in Deutschland. „Das Tabakwerbeverbot muss in Deutschland sofort umgesetzt werden“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Karl Lauterbach, unserer Redaktion.

Tabakwerbung richte sich direkt an Kinder und Jugendliche, junge Menschen seien die „wertvollsten Kunden“ für die Tabakindustrie, sagte Lauterbach. Die Regierung müsse die Kinder schützen. „Es spricht nichts dagegen – mit Ausnahme des Drucks der Tabakindustrie.“

Lauterbach:Einflussnahme seitens der Tabakwirtschaft erfolgreich

In der letzten Wahlperiode war ein von der Regierung beschlossenes Gesetz für ein weitreichendes Verbot für Tabakaußenwerbung am Widerstand der Unionsfraktion gescheitert. Im neuen Koalitionsvertrag taucht ein solches Vorhaben gar nicht mehr auf. Lauterbach führt dies auf die Einflussnahme seitens der Tabakwirtschaft zurück: „Der Druck der Lobbygruppen scheint in diesem Fall besonders bei der Fraktionsspitze von CDU und CSU zu fruchten.“ Der SPD-Politiker forderte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf, „sich genauso stark für ein Tabakwerbeverbot einzusetzen wie sein Vorgänger“.

Gefahr für die Fruchtbarkeit des Mannes: Diese Faktoren beeinflussen die Spermaqualität
Gefahr für die Fruchtbarkeit des Mannes: Diese Faktoren beeinflussen die Spermaqualität

Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung fordert einen neuen Anlauf für ein Verbot: „Tabakaußenwerbung hat in einem modernen gesundheitsbewussten Land nichts zu suchen“, sagte die CSU-Politikerin Marlene Mortler gegenüber unserer Redaktion.

Das Ziel müsse sein, Jugendliche davon abzuhalten, mit dem Rauchen zu beginnen, foderte Mortler. „Da können wir nicht zuschauen, wenn auf der Straße mit Millionenaufwand für neue Tabakprodukte und damit auch für das Rauchen geworben wird.“ Deutschland ist das letzte EU-Land, in dem Tabakwerbung im öffentlichen Raum noch erlaubt ist. (fmg)

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen