Gift-Anschlag

Briten identifizieren angeblich russisches Notwitschok-Labor

Britische Ermittler in Schutzanzügen bei der Spurensicherung in Salisbury Mitte März: Bislang hat die britische Regierung keine Beweise für eine Beteiligung Russlands an dem Anschlag vorgelegt.

Britische Ermittler in Schutzanzügen bei der Spurensicherung in Salisbury Mitte März: Bislang hat die britische Regierung keine Beweise für eine Beteiligung Russlands an dem Anschlag vorgelegt.

Foto: Jack Taylor / Getty Images

Woher stammt das Gift für den Anschlag auf Sergej und Julia Skripal? Laut „Times“ sind sich britische Forscher nun „recht sicher“.

London.  Britische Experten haben einem Medienbericht zufolge das russische Labor identifiziert, aus dem das Gift für den Anschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal stammen soll. Dies sei mit Hilfe von wissenschaftlichen Analysen und der Geheimdienste gelungen, berichtet die britische Zeitung „The Times“.

Die Experten seien sich recht sicher, wenn auch nicht zu 100 Prozent. Eine klare Quelle nannte das Blatt allerdings nicht. Ein Regierungssprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Die britische Forschungsanlage Porton Down hatte zuvor berichtet, dass die präzise Quelle für das Nervengift Nowitschok unklar sei.

Britische Regierung zunehmend unter Druck

Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren vor einem Monat bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury aufgefunden worden. London bezichtigt Moskau als Drahtzieher des Attentats. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus.

Putin wittert im Fall Skripal "antirussische Kampagne"
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Wegen seiner Vorwürfe an Moskau gerät der britische Außenminister Boris Johnson zunehmend unter Druck. Labour-Chef Jeremy Corbyn warf Johnson vor, dass er entweder nicht all sein Wissen preisgebe oder übertreibe. Labour-Politikerin Diane Abbott sprach von Irreführung der Öffentlichkeit. Johnson erwiderte, dass der Oppositionschef genauso wie Russland versuche, Großbritannien zu diskreditieren. (dpa)