Ermittlungen

Skripal: Großbritannien nennt russischen Vorschlag „pervers“

Putin wittert im Fall Skripal "antirussische Kampagne"

Putin wittert im Fall Skripal "antirussische Kampagne"

Internationale Experten der Organisation für das Verbot chemische Waffen (OPCW) befassen sich heute in Den Haag auf Antrag Russlands mit dem Giftanschlag auf den früheren russischen Doppelagenten...

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Die russische Regierung will an den Ermittlungen im Fall Skripal beteiligt werden. Großbritannien reagiert empört auf den Vorschlag.

Den Haag.  Großbritannien hat einen Vorschlag Russlands zu gemeinsamen Ermittlungen im Fall Skripal als „pervers“ zurückgewiesen. Das sei ein Ablenkungsmanöver Russlands, um Fragen auszuweichen, twitterte die britische Delegation bei der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) am Mittwoch in Den Haag.

Der Exekutivrat der Kontrollbehörde berät zurzeit in Den Haag über die Nervengift-Attacke auf den früheren Doppelspion Sergej Skripal und dessen Tochter vor einem Monat im britischen Salisbury. London macht Russland dafür verantwortlich. Moskau weist die Vorwürfe vehement zurück und will an den Ermittlungen beteiligt werden.

„Russlands Vorschlag zu einer gemeinsamen britisch-russischen Ermittlung zu dem Salisbury-Vorfall ist pervers“, twitterten die britischen Diplomaten. Die Sitzung der OPCW findet unter strikter Geheimhaltung auf Antrag Russlands statt.

Bundesregierung hält an Verdacht fest

Trotz fehlender Beweise hält die Bundesregierung an dem Verdacht fest, dass Russland vermutlich hinter dem Attentat auf Skripal steckt. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte am Mittwoch in Berlin, Deutschland teile die Einschätzung Großbritanniens, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Verantwortung Russlands gebe. „Daran hat sich nichts geändert.“

Tags zuvor hatten britische Forscher eingeräumt, die „präzise Quelle“ für die eingesetzte Substanz Nowitschok sei unklar. Das Nervengift war in der früheren Sowjetunion hergestellt worden.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin betonte, auch nach den jüngsten Aussagen der britischen Forscher gebe es keinen neuen Sachstand. Sie änderten nichts an der Analyse, dass die Erklärungen Londons für eine russische Verantwortung plausibel seien. (dpa)

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