Paris

Ehrung für den „Helden von Trèbes“

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Arnaud Beltrame hatte sich bei der Geiselnahme austauschen lassen und starb

Paris. Sein Heldenmut hat die Franzosen so tief bewegt, dass viele sich trotz strömenden Regens nicht davon abhalten ließen, Arnaud Beltrame ihren Respekt zu erweisen. Zu Hunderten säumten sie am Mittwoch die Straßen, als der Sarg des von einem islamistischen Terroristen ermordeten Gendarmen durch Paris geleitet wurde, zu Hunderten drängten sie sich rings um den Invalidendom, in dessen Ehrenhof der „Held von Trèbes“ mit einer Gedenkzeremonie gewürdigt wurde.

Der 44-jährige Oberstleutnant hatte sich am Freitag bei der Geiselnahme in einem Supermarkt der südfranzösischen Gemeinde Trèbes gegen eine Frau austauschen lassen, die der sich selbst als einen „Soldaten des Islamischen Staats“ bezeichnende Redouane Lakdim (26) als letzte Geisel zurückhielt. Drei Stunden lang befand er sich in der Hand des von Elitepolizisten getöteten Täters, der ihn zuvor niederschoss und versuchte, ihm mit einem Messer die Kehle durchzuschneiden. Wenige Stunden später erlag Beltrame seinen schweren Verletzungen.

Fahnenappell, Truppenrevue und Fanfare bildeten den Auftakt der Gedenkzeremonie, bevor Präsident Emmanuel Macron das Wort ergriff. „Arnaud Beltrame wusste, welch hohes Risiko er einging, und er hat einen sehr hohen Preis für seinen Einsatz zum Schutz der Bevölkerung gezahlt“, erklärte Macron. „Seine Angehörigen und seine Kameraden sehen diesen Preis als zu hoch, als inakzeptabel an. Doch Arnaud Beltrame hatte sich dem Ideal des Dienstes an Frankreich verschworen“, sagte Macron. „Er hätte sich eine andere Entscheidung sein Leben lang vorgeworfen!“

Macron, der Beltrame in die Reihe der französischen Nationalhelden „von Jeanne d’Arc bis zum General Charles de Gaulle“ stellte, beförderte den Gendarmen posthum zum Oberst und ernannte ihn zum Kommandanten der Ehrenlegion. Die Zeremonie, der neben den Regimentskameraden Beltrames und den Angehörigen die höchsten Repräsentanten des Staates sowie mit Nicolas Sarkozy und François Hollande zwei Ex-Präsidenten beiwohnten, schloss mit einer Schweigeminute und der Nationalhymne „Marseillaise“.

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