Syrienkrieg

Flucht aus Ghuta – Der Junge im Koffer wird zum Symbol

Das zehntausendfache Leid der Menschen im syrischen Ghuta ist kaum zu beschreiben. Ein Foto illustriert eindringlich Not und Flucht.

Das Bild des Jungen steht für die Vertreibung der Menschen aus dem syrischen Ghuta.

Das Bild des Jungen steht für die Vertreibung der Menschen aus dem syrischen Ghuta.

Foto: OMAR SANADIKI / REUTERS

Berlin.  Es gehört zu den wundersamen Fähigkeiten kleiner Kinder, dass sie nahezu überall schlafen können. Selbst in einem Koffer, selbst im Krieg. Das oben zu sehende Foto entstand in diesen Tagen in der Nähe der syrischen Stadt Ghuta, wo Tausende Menschen auf der Flucht vor Krieg und Not sind.

Was sich in den letzten sieben Jahren in Syrien allgemein, und aktuell im umkämpften Ghuta abspielt, ist ein „Massaker“, wie auch Bundeskanzlerin Angela Merkel kürzlich im Bundestag feststellte. Und die Flucht der Menschen aus Ghuta hat durch das Foto des Jungen im dunkelroten Koffer ein ganz besonderes Gesicht erhalten.

Symbol für Massenflucht aus Ghuta

Der Vater, oder vielleicht der Großvater trägt den Kleinen in dem Koffer weg von Ghuta. Das Kind scheint beinahe friedlich zu schlafen. Möglich, dass das Bild des Fotografen Omar Sanadiki für die Agentur Reuters einmal als Symbol für die Massenflucht im Syrienkrieg stehen wird.

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Es wäre das dritte ikonografische Bild eines syrischen Kindes in jüngster Zeit. Das erste war der tote Junge Alan an einem türkischen Strand – es wurde zum Symbol für die Verzweiflung der Bootsflüchtlinge. Das zweite war das Foto des kleinen Omran, der blutig und staubbedeckt nach einem Luftangriff auf Aleppo wie traumatisiert in einem Krankenwagen hockt.

Und nun der Junge in dem Koffer. Seinen Namen kennen wir nicht. Man kann nur hoffen, dass eine friedlichere Zukunft auf ihn wartet, wenn er aufwacht. (W.B.)