Nahostkonflikt

Palästinensischer Regierungschef entgeht wohl Anschlag

Auf den palästinensischen Ministerpräsident wurde ein Anschlag verübt. Hamdallah entging der Explosion. Die Hamas wird verdächtigt.

Der palästinensische Premier Rami Hamdallah

Der palästinensische Premier Rami Hamdallah

Foto: Mohammed Salem / REUTERS

Gaza.  Der palästinensische Ministerpräsident Rami Hamdallah ist am Dienstag im Gazastreifen offenbar einem Anschlag entgangen. Das Büro von Präsident Mahmud Abbas machte die radikal-islamische Hamas dafür verantwortlich.

Die Wagenkolonne von Hamdallah sei Ziel der Explosion gewesen. Hamdallah selbst sagte, drei Fahrzeuge seien bei einer Explosion beschädigt worden, als sein Konvoi in das Palästinensergebiet gefahren sei. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass er unverletzt geblieben war.

Der Einheit von Gaza und Westjordanland verpflichtet

Hamdallah hat sein Büro im von Israel besetzten Westjordanland. Er reiste in den Gazastreifen, um eine Abfallverwertungsanlage einzuweihen. Hamdallah erklärte, er fühle sich der Einheit der beiden Palästinensergebiete verpflichtet.

Im Oktober hatten die einst tief verfeindeten Organisationen Hamas und Fatah ein Versöhnungsabkommen unterzeichnet. Die Hamas erklärte sich darin zum Verzicht auf die Kontrolle im Gazastreifen bereit. Diese soll an die Fatah-Regierung von Abbas gehen, die das Westjordanland verwaltet.

Explosion in Sidon: Autobombe verletzt Mitglied der palästinensischen Hamas

Die Stadt Sidon liegt rund 40 Kilometer südlich der libanesischen Hauptstadt Beirut. Zu der Detonation sei es gegen Mittag Ortszeit gekommen. Sicherheitskräfte sperrten den Tatort ab.
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Fatah soll Gazastreifen kontrollieren

Die von der internationalen Gemeinschaft unterstützte Fatah hatte 2007 nach einem Bürgerkrieg im Gazastreifen die Kontrolle an die islamistische Hamas verloren. Diese spricht Israel das Existenzrecht ab und wird im Westen als terroristische Gruppierung eingestuft. (rtr)

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