Hitzschlag

Bundeswehr will Ausbildung nach tödlichem Marsch ändern

Soldaten in der Grundausbildung.

Soldaten in der Grundausbildung.

Foto: Stefan Sauer / dpa

Soldaten sind unterschiedlich fit – das erkennt nun auch die Bundeswehr. Der Tod eines Offiziersanwärters bringt ein Umdenken in Gang.

Berlin.  Nach dem Tod eines Offiziersanwärters bei einem Marsch in Munster will die Bundeswehr die Ausbildung der Soldaten ändern. „Die jungen Leute kommen mit sehr unterschiedlicher Fitness zu uns. Wir müssen den Trainingszustand künftig besser berücksichtigen. Ich habe angeordnet, dass die jungen Soldaten entsprechend ihrer Fitness in Gruppen eingeteilt werden“, sagte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, der „Bild am Sonntag“.

„Manche sind noch nicht fit genug für unser Pensum. Für die entwickeln wir ein Trainingsprogramm, damit sie mit den anderen später mithalten können“, erklärte Vollmer.

Offiziersanwärter erlitten Hitzschlag

Bei einer Übung waren am 19. Juli 2017 mehrere Offiziersanwärter kollabiert, einer starb später an den Folgen. Sie hatten zuvor bei Temperaturen von knapp 28 Grad noch eine Extra-Strecke laufen müssen. Untersuchungen ergaben, dass sie einen Hitzschlag erlitten.

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt gegen die Bundeswehr. Vollmer drängt auf eine Klärung der Schuldfrage vor Gericht: „Mein Wunsch ist, dass die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt und es zu einem ordentlichen Gerichtsverfahren kommt. Damit wird ein für alle Mal geklärt, wie weit sich die Ausbilder schuldig gemacht haben.“ (dpa)