CDU-Politiker

Jens Spahn: Auch ohne die Tafel müsste niemand hungern

Die Essener Tafel hat einen Aufnahmestopp für Ausländer verkündet. Der künftige Gesundheitsminister Spahn verteidigt die Entscheidung.

Jens Spahn

Jens Spahn

Foto: Reto Klar

Berlin.  Der designierte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Debatte um den Aufnahmestopp für Ausländer an der Essener Tafel scharf kritisiert. Die Tafeln „helfen Menschen, die auf jeden Euro achten müssen. Aber niemand müsste in Deutschland hungern, wenn es die Tafeln nicht gäbe“, sagte Spahn unserer Redaktion. „Wir haben eines der besten Sozialsysteme der Welt.“

Die gesetzliche Grundsicherung werde mit großem Aufwand genau bemessen und regelmäßig angepasst, betonte das CDU-Präsidiumsmitglied. Hartz IV bedeute nicht Armut , sondern sei die Antwort der Solidargemeinschaft auf Armut. „Damit hat jeder das, was er zum Leben braucht“, sagte Spahn. „Mehr wäre immer besser, aber wir dürfen nicht vergessen, dass andere über ihre Steuern diese Leistungen bezahlen.“

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Der künftige Gesundheitsminister wandte sich gegen Kritik an der Entscheidung der Essener Tafel, vorerst nur noch Menschen mit deutschem Pass aufzunehmen. Junge Männer träten dort „derart dreist und robust auf, dass Ältere oder Alleinerziehende keine Chance mehr haben, auch etwas von den Lebensmitteln abzubekommen“, sagte Spahn. „Dass dann Maßnahmen ergriffen werden, finde ich richtig.“ (gau, phn, jos)