Kliniken

Ärzte klagen: Patienten missbrauchen Notfall-Ambulanz

Zur Ambulanz der Klinik statt zum Hausarzt? Viele Patienten wählen offenbar diesen Weg – obwohl es nicht notwendig ist, sagen Ärzte.

Immer öfter gehen Patienten zur Ambulanz, auch wenn es gar nicht erforderlich ist.

Immer öfter gehen Patienten zur Ambulanz, auch wenn es gar nicht erforderlich ist.

Foto: xcitepress/ce / imago/xcitepress

Duisburg.  Eine oft unnötige Nutzung der Klinikambulanzen hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) beklagt. In manchen Ballungszentren würden die Notfallambulanzen von Patienten überrannt, die gar keiner Notfallbehandlung bedürften, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen am Freitag in Duisburg bei einem Besuch der Arztrufzentrale NRW.

Wenn Patienten ohne Not in die Klinikambulanzen gingen, verlängerten sich die Wartezeiten. „Das ist auch schlecht für diejenigen Patienten, die als echte Notfälle eine sofortige Behandlung benötigen, sie wegen des Andrangs aber nicht schnell genug bekommen.“

Ärzte werben für bundesweite Rufnummer

Gassen warb in Duisburg für eine verstärkte Nutzung der bundesweit gültigen Bereitschaftsdienstnummer 116.117. Unter dieser Nummer erfahren Patienten, welche Versorgung am besten zu ihnen passt: eine Bereitschaftsdienstpraxis, ein Hausbesuch oder eine Klinik-Notfallambulanz.

Die Info-Nummer sei 2017 bundesweit mehr als sieben Millionen Mal gewählt worden, so Gassen. Bei der Arztrufzentrale Nordrhein-Westfalen in Duisburg, die gemeinsam von den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe betrieben wird, landeten davon 723.000 Anrufe. Derzeit arbeiteten dort 156 medizinisch ausgebildete Mitarbeiter.

Trotz der sieben Millionen Anrufe sei die 116.117 nur wenig bekannt, sagte Gassen weiter. Die KBV will daher gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder eine Werbekampagne für die Rufnummer starten.

Andreas Gassens Aufruf kommt wenige Tage nach denen bayerische Kliniken erhebliche Probleme mit den Notaufnahmen haben. Auch aufgrund teils unnötiger Besuche von Patienten, mussten einige Notaufnahmen zeitweise schließen und Patienten wurden in andere Kliniken gebracht. (dpa)

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