Berlin

Regierungsbericht: Afghanistan wird Generationenaufgabe

Berlin. Afghanistan wird für die Bundesregierung politisch, militärisch und finanziell zu einem endlosen Abenteuer. Die Regierung scheut sich, auch nur einen Termin für einen Abzug zu fixieren. Die Erfahrung der letzten Jahre habe gezeigt, „dass eine von starren Fristen getriebene Strategie kontraproduktiv wirken kann“, heißt es in einem Regierungsbericht, der unserer Zeitung vorliegt. In dem 26-seitigen Papier für den Bundestag werden die Parlamentarier auf eine Verlängerung der Bundeswehr-Mission am Hindukusch eingestimmt.

Die Bundeswehrsoldaten sollen im Land bleiben, obwohl die deutschen Militärausbilder jetzt schon aus Angst um ihre Sicherheit „bis zur Hälfte der notwendigen Aufträge“ nicht erfüllen können. Ohne Leibwächter gehen die Berater nicht raus. Wegen der „sich verschärfenden Bedrohungslage“ plant die Regierung, das Mandat von 980 auf bis zu 1300 Soldaten aufzustocken. Auch die Anschläge auf das deutsche Konsulat in Masar-e Sharif und auf die Botschaft in Kabul hätten gezeigt, „dass der derzeit gesteckte Personalrahmen keine Reserven bietet, um auf unvorhergesehene Situationen mit eigenen militärischen Kräften flexibel reagieren zu können“. Insgesamt fällt der Perspektivbericht eher düster aus.

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