Johannesburg

Cyril Ramaphosa ist Südafrikas Hoffnungsträger

Der neue Staatspräsident war ein Vertrauter Mandelas und soll die Korruption beenden

Johannesburg. Cyril Ramaphosa schrieb an der südafrikanischen Geschichte mit: Er kämpfte gegen die Apartheid, saß in den 90er-Jahren beim Aufbau der Demokratie an wichtigen Schaltstellen und brachte die demokratische Republik als Topmanager wirtschaftlich voran. Im Dezember wurde der 65-Jährige Chef der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC). Am Donnerstag wurde er zum Präsidenten Südafrikas gewählt. Der neue Staatschef wird als Hoffnungsträger gefeiert – nach dem unrühmlichen Rücktritt des wegen Korruptionsskandalen umstrittenen Jacob Zuma. Von Ramaphosa wird erwartet, die zerstrittene Regierungspartei zu einen, die Korruption zu beenden und die Wirtschaft anzukurbeln.

Das Verhältnis zu Zuma soll seit Langem gespannt gewesen sein. Obwohl Ramphosa Vizepräsident unter Zuma war, gehörte er nicht zu dessen Netzwerk der Günstlingswirtschaft und wurde gegen dessen Willen zum ANC-Chef gekürt. Ramaphosa wurde im Armenviertel Soweto nahe Johannesburg geboren. Sein Vater schickte den Sohn auf eine für Schwarze bestimmte Universität. Ramaphosa schloss sich während des Jurastudiums der Anti-Apartheid-Bewegung an und saß deshalb mehrmals in Haft. In den 80er-Jahren war er Mitbegründer der Minenarbeiter-Gewerkschaft NUM, die heute mit rund 200.000 Mitgliedern die größte Gewerkschaft in Südafrika ist.

Nach dem Ende der Rassentrennung 1994 half Ramaphosa, die Verfassung der neuen Demokratie zu schreiben. Als ANC-Generalsekretär und Vertrauter von Präsident Nelson Mandela durfte er auf eine Spitzenposition hoffen. Als Mandela 1997 aber Thabo Mbeki zum Nachfolger bestimmte, ging Ramaphosa in die Wirtschaft. Er war unter anderem Manager einer großen Bank und zuletzt des Minenbaukonzerns Lonmin. Seine schwierigsten Momente erlebte er 2012, als bei einem Polizeieinsatz mehr als 30 streikende Lonmin-Minenarbeiter erschossen wurden und er verantwortlich gemacht wurde. Ramaphosa gilt als einer der reichsten Männer Südafrikas.

( epd )

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