Inhaftierung

Yildirim macht in Berlin keine Versprechen im Fall Yücel

Der Türkei-Korrespondent der „Welt“ Deniz Yücel sieht nun schon seit mehr als einem Jahr in türkischer Untersuchungshaft.

Der Türkei-Korrespondent der „Welt“ Deniz Yücel sieht nun schon seit mehr als einem Jahr in türkischer Untersuchungshaft.

Foto: Karlheinz Schindler / dpa

Mit dem Besuch des türkischen Premiers stieg die Hoffnung auf eine Freilassung von Yücel. Doch der Fall belastet die Beziehung weiter.

Berlin.  Nach dem Besuch des türkischen Ministerpräsident bei Kanzlerin Angela Merkel gibt es offenbar keine neuen Entwicklungen im Fall Deniz Yücel. Binali Yildirim erneuerte ledlglich seine Aussage vom Mittwoch, er hoffe auf eine baldige Entscheidung.

Einen möglichen Termin für das Vorlegen einer Anklageschrift durch die Staatsanwaltschaft und für den Beginn eines Verfahrens nannte er nicht. Beim Verfahren gegen Yücel würden wie bei allen anderen Verfahren auch rechtsstaatliche Prinzipien gelten, so Yildirim.

Der nun schon seit mehr als einem Jahr inhaftierte deutsche Journalist Yücel war am 14. Februar 2017 vor einem Jahr in Istanbul festgenommen worden. Kurz darauf war wegen Terrorvorwürfen Untersuchungshaft gegen ihn verhängt worden. Die Bundesregierung forderte in den vergangenen Monaten vehement die Freilassung des Journalisten. Der Fall belastete die deutsch-türkischen Beziehungen schwer.

Merkel: Fall Yücel „immer noch eine Bürde“

Angela Merkel sagte am Donnerstag, sie habe Yildirim darauf hingewiesen, „dass dieser Fall eine besondere Dringlichkeit für uns hat“, er sei „immer noch eine Bürde“ für das deutsch-türkische Verhältnis. Yildirim wies darauf hin, dass die türkische Justiz seit dem Putschversuch eine hohe Arbeitslast zu ertragen habe und es deswegen zu Verzögerungen in einigen Verfahren kommen könne.

Insgesamt sehe sie noch viele Hürden auf dem Weg zu einer Normalisierung der deutsch-türkischen Beziehungen, sagte Merkel weiter. Deutschland habe den versuchten Staatsstreich verurteilt.

Sie habe ihrem Gast aber erklärt, dass jedoch beim Vorgehen gegen Verdächtige die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben müsse und „dass wir uns rechtsstaatliche Mechanismen wünschen“, sagte Merkel. Die Bundesregierung haben in diesem Zusammenhang eine „Vielzahl von Sorgen“. (ba/dpa)

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos
Beschreibung anzeigen