Reform

Gesetz: Niederländer sind jetzt automatisch Organspender

In den Niederlanden soll ein neues Gesetz die Organspende-Bereitschaft erhöhen. Jeder volljährige Bürger wird als Spender registriert.

So kann eine Organspende Leben retten

Die Zahl der Organspender geht zurück. Dabei brauchen in Deutschland mehr als 10.000 Menschen eine Organspende - die Leben retten kann.
Mi, 31.05.2017, 19.19 Uhr

So kann eine Organspende Leben retten

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Den Haag.  Die Niederlande bekommen ein neues Gesetz zur Registrierung von Organspendern. Danach wird jeder volljährige Bürger automatisch als Organspender registriert. Diejenigen, die das ablehnen, müssen sich melden.

Das heftig umstrittene Gesetz wurde am Dienstag in Den Haag von der ersten Kammer des Parlaments mit knapper Mehrheit angenommen. Bislang müssen sich Menschen aktiv registrieren lassen, wenn sie nach ihrem Tod Organe für Transplantationen spenden wollen.

Die Initiatoren hoffen auf mehr Spenderorgane mit dem neuen System. Auch bei der neuen Regelung sollen Angehörige in Zweifelsfällen über eine Entnahme von Organen mitbestimmen dürfen.

38 Abgeordnete stimmten dafür, 36 dagegen. Die Zweite Kammer hatte bereits mit nur einer Stimme Mehrheit zugestimmt.

In Deutschland werden immer weniger Organe gespendet

In Deutschland ist 2017 die Zahl der Organspender laut den Statistiken der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) auf ein historisches Tief gesunken – auf 797. Der niedrigste Stand seit 20 Jahren.

Jeden dritten Tag ist im vergangenen Jahr ein Patient gestorben, weil es nicht rechtzeitig eine passende Niere, Leber, Lunge oder ein Herz gab. 10.000 Menschen warten derzeit auf ein Spenderorgan.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte angesichts der dramatischen Zahlen im Januar eine Neuregelung der Organspende in Deutschland gefordert . Notwendig sei ein Register, in das man sich eintragen könne, wenn man nicht bereit sei, zu spenden. (jha/dpa)

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