Umfrage

18 Prozent: SPD im ARD-„Deutschlandtrend“ auf Rekordtief

Die Aussicht auf eine GroKo scheint der SPD nicht gut zu tun. Sie sinkt in der Wählergunst. Auch die lange Regierungsbildung missfällt.

Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz erhält im ARD-„Deutschlandtrend“ nur noch 25 Prozent Zustimmung – sein schlechtester Wert in dieser Umfrage.

Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz erhält im ARD-„Deutschlandtrend“ nur noch 25 Prozent Zustimmung – sein schlechtester Wert in dieser Umfrage.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Berlin.  Kurz vor Ende der Verhandlungen über eine große Koalition ist die SPD im neuen ARD-„Deutschlandtrend“ auf 18 Prozent gefallen, dem schlechtesten in dieser Umfrage jemals gemessenen Wert. Die Union würde wie Anfang Januar 33 Prozent erreichen. Die AfD käme auf 14 Prozent (plus 1), die FDP auf 10 Prozent (plus 1), die Linke auf 11 Prozent (plus 2) und die Grünen auf 11 Prozent (unverändert). In einer Forsa-Umfrage war die SPD im Januar sogar nur auf 17 Prozent gekommen.

In der Partei fürchten gerade die Jusos einen beschleunigten Absturz, wenn man erneut eine große Koalition eingeht und zum dritten Mal seit 2005 CDU-Chefin Angela Merkel zur Kanzlerin wählt. Im drittgrößten Bundesland Baden-Württemberg ist die SPD nach einer Umfrage des Instituts Infratest dimap im Auftrag des SWR und der „Stuttgarter Zeitung“ sogar auf 12 Prozent abgestürzt. Sie liegt damit im Südwesten gleichauf mit der Alternative für Deutschland (AfD).

Nahles mit Sympathie-Plus, Schulz auf Talfahrt

SPD-Chef Martin Schulz rutscht im neuen „Deutschlandtrend“ nach seinem Schlingerkurs der vergangenen Wochen auf seinen schlechtesten Wert in dieser Umfrage – er verliert fünf Punkte und landet nur noch bei 25 Prozent Zustimmung. SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles kann dagegen nach ihrer kämpferischen Rede beim SPD-Sonderparteitag, der am Ende knapp Koalitionsverhandlungen mit CDU/CSU zustimmte, deutlich zulegen.

Sie gewinnt fünf Punkte dazu und erreicht 38 Prozent. Der bundesweit beliebteste SPD-Politiker ist weiter der geschäftsführende Außenminister und Schulz’ Vorgänger als SPD-Chef, Sigmar Gabriel, mit 57 Prozent Zustimmung (minus 5 Punkte). Nach Reibereien zwischen ihm und Schulz könnte Gabriel nicht mehr dem nächsten Bundeskabinett angehören.

Kaum Verständnis für langwierige Verhandlungen

Wenig Anklang bei den Bürgern findet auch die lange Regierungsbildung. Nur 28 Prozent äußerten Verständnis, 71 Prozent hätten dies hingegen nicht. 64 Prozent der Bürger machten sich zudem Sorgen, dass aufgrund der langen Dauer der Regierungsbildung wichtige innenpolitische Fragen nicht angegangen werden. 63 Prozent seien der Meinung, dass Deutschland an Einfluss in der Europäischen Union einbüßt.

Dass die SPD am Ende ihre Mitglieder über einen Koalitionsvertrag abstimmen lassen will, finden 58 Prozent der Befragten richtig, 38 Prozent nicht. Die große Koalition selbst bewerten 46 Prozent der Befragten als sehr gut oder gut (plus ein Punkt). Unverändert fänden 52 Prozent eine solche Koalition weniger gut oder schlecht. Bei den SPD-Anhängern sind die Werte spiegelbildlich: 52 Prozent der SPD-Anhänger fänden eine Koalition aus Union und SPD sehr gut oder gut, 46 Prozent weniger gut oder schlecht.

(rtr)

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