Berlin

Berlin muss jährlich 2000 neue Lehrkräfte einstellen

Berlin.  In der Hauptstadt führen verschiedene Faktoren dazu, dass der Lehrermangel immer größer wird. So wurden im vergangenen Jahr 483 der knapp 57.000 Landesbeamten wegen Dienstunfähigkeit, etwa wegen einer Krankheit, in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Die meisten vorzeitig pensionierten Beamten waren Lehrer. Im vergangenen Jahr galt das für 175 verbeamtete Lehrer, 2016 waren es 227. Die Höchstzahl der vergangenen Jahre wurde 2013 mit 465 erreicht.

Hinzu kommt, dass in den kommenden Jahren viele Berliner Lehrer regulär in den Ruhestand gehen werden. Außerdem steigen die Schülerzahlen von Jahr zu Jahr weiter an. Im Jahr 2027 rechnet die Senatsbildungsverwaltung mit etwa 70.000 zusätzlichen Schülern. In den kommenden Jahren muss Berlin nach Aussage der Bildungsverwaltung aus diesen Gründen jährlich rund 2000 neue Lehrkräfte einstellen – so wie in den vergangenen Jahren auch schon. Da inzwischen bundesweit ein Mangel an Fachkräften herrscht, wird es für Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) immer schwerer, geeignete Lehrkräfte zu finden.

Paul Fresdorf, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, forderte am Mittwoch, das Problem des Lehrermangels möglichst schnell langfristig zu lösen. „Frauen im Lehrberuf, die in Teilzeit arbeiten, eine Vollzeitstelle schmackhaft zu machen, ist eine gute Idee. Doch dann brauchen wir auch wieder mehr Möglichkeiten zur Kinderbetreuung, denn viele Lehrerinnen können nur so Familie und Beruf vereinbaren“, sagte er. Nötig seien zudem bundeseinheitliche Standards für Quereinsteiger in den Lehrberuf, sagte Fresdorf. Auch Tom Erdmann, Chef der Berliner Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, forderte eine bessere pädagogische Anleitung und eine Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung für Quereinsteiger.