Nahost-Politik

USA wollen Botschaft in Jerusalem schon 2019 eröffnen

Die USA wollen ihre Botschaft in Israel wohl schon im kommenden Jahr nach Jerusalem verlegen. Das gab Vizepräsident Pence bekannt.

Der Status Jerusalems ist eine der zentralen Streitfragen im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern.

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Washington/Jerusalem.  Die US-Botschaft in Israel wird nach Aussage von US-Vizepräsident Mike Pence noch vor Ende 2019 nach Jerusalem verlegt werden. Das sagte Pence am Montag im israelischen Parlament in Jerusalem.

Gleichzeitig rief er die Palästinenser dazu auf, wieder in Friedensgespräche mit Israel einzusteigen. „Wir fordern die palästinensische Führung nachdrücklich dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, sagte Pence. „Frieden kann nur durch Dialog entstehen.“

Abbas: USA als Vermittler disqualifiziert

Nach der umstrittenen US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt war es zu Unruhen in den Palästinensergebieten gekommen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte, die USA hätten sich als neutraler Vermittler disqualifiziert.

Die arabischen Abgeordneten im Parlament boykottierten die Ansprache. Sie verließen geschlossen den Raum, als Pence mit seiner Rede anfing. Pence’ Rede sei „ein weiterer Nagel in den Sarg für Frieden und eine schändliche Unterstützung für Annektierung, Kolonialisierung und die andauernde Besatzung von Palästina“, hieß es in einer Stellungnahme.

Israel beansprucht ganz Jerusalem für sich

Jerusalem gilt als zentraler Streitpunkt zwischen Israel und den Palästinensern. Diese sehen Ost-Jerusalem als künftige Hauptstadt für einen unabhängigen Staat Palästina. Die Israelis beanspruchen hingegen die ganze Stadt für sich. (dpa)