Finanzspritze

Griechenland bekommt weitere Hilfskredite von der EU

Die Finanzminister der Euro-Gruppe wollen neues Geld für Griechenland frei machen. Zudem beraten sie über Schuldenerleichterungen.

Die Euro-Finanzminister wollen weitere Kredite für Griechenland auf den Weg bringen.

Die Euro-Finanzminister wollen weitere Kredite für Griechenland auf den Weg bringen.

Foto: Oliver Berg / dpa

Athen.  Frisches Geld für Griechenland: Die Finanzminister der Euro-Gruppe wollen an diesem Montag eine weitere Kreditrate freigeben. Auch das Thema Schuldenerleichterungen kommt jetzt auf die Tagesordnung – für Premier Tsipras und die Gläubiger eine politisch brisante Frage. Sitzungen der Eurogruppe gehörten früher nicht zu den angenehmsten Terminen des griechischen Finanzministers.

Aber jetzt kann Euklid Tsakalotos ganz entspannt im Kreis seiner 18 Amtskollegen Platz nehmen. Schon bei ihrer Konferenz Anfang Dezember lobten die Minister die Fortschritte Athens und die gute Zusammenarbeit bei der Umsetzung des Anpassungsprogramms.

Es geht um 6,7 Milliarden Euro

Mit der Verabschiedung des jüngsten Reform- und Sparpakets hat Griechenland vor einer Woche weitere Vorgaben der internationalen Geldgeber erfüllt. Damit kann die Eurogruppe nun eine weitere Kreditrate freigeben. Es geht um 6,7 Milliarden Euro.

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Das Geld stammt aus dem dritten Griechenland-Rettungspaket vom Sommer 2015. Die neue Kreditrate soll in Teilbeträgen ausgezahlt werden: Mitte Februar kann Athen 5,7 Milliarden Euro erwarten. Davon dienen 3,3 Milliarden zur Refinanzierung fälliger Schulden.

18,4 Milliarden Euro sollen nach Athen fließen

1,9 Milliarden fließen in den Aufbau eines Liquiditätspuffers. 500 Millionen sind dazu vorgesehen, offene Rechnungen des Staates zu begleichen. Die restliche Milliarde soll Mitte April ausgezahlt werden, sofern Griechenland bis dahin weitere Reformvorgaben umgesetzt hat. Bis zum Abschluss des laufenden Rettungsprogramms Ende August sollen noch 18,4 Milliarden Euro nach Athen fließen, die jetzige Rate eingerechnet.

Das bedeutet: Griechenland wird die in dem Programm bereitgestellte Summe von bis zu 86 Milliarden Euro nicht annähernd in voller Höhe benötigen, sondern voraussichtlich bis zum Programmende nur 58,6 Milliarden abrufen. Was mit dem Rest geschehen könnte, ist noch nicht entschieden. In der Eurogruppe und beim Euro-Stabilitätsfonds ESM gibt es Überlegungen, einen Teil der nicht abgerufenen Mittel des dritten Rettungspakets für eine Umschuldung zu nutzen.