Ex-Premier

Silvio Berlusconi lief in Talkshow wieder zur Hochform auf

Wenige Monate vor der Wahl in Italien zeigt sich Silvio Berlusconi wieder obenauf. Bei einem TV-Auftritt ging er in die Offensive.

Silvio Berlusconi, ehemaliger Regierungschef in Italien, will die Wahlen am 4. März gewinnen.

Silvio Berlusconi, ehemaliger Regierungschef in Italien, will die Wahlen am 4. März gewinnen.

Foto: Remo Casilli / REUTERS

Rom/Berlin.  Er lächelte, er schäkerte, er attackierte – Silvio Berlusconi will es offenbar noch einmal wissen. Bei einem Auftritt im italienischen Fernsehen zeigte sich der skandalträchtige Ex-Regierungschef beinahe wie in alten Zeiten.

Barbara D’Urso, bekannte Talkmasterin beim italienischen TV-Sender Canale 5, hatte Silvio Berlusconi am Sonntagabend zum Gespräch in ihre Show „Domenica Live“ geladen – ins Studio jenes Senders also, den Berlusconi in den 70er-Jahren selbst gegründet hatte. Ein Heimspiel.

Berlusconi darf keine Ämter bekleiden

Anfang März wird in Italien ein neues Parlament gewählt – und der 81-Jährige Ex-Premier mischt mit seiner reanimierten Partei Forza Italia wieder kräftig mit. Zwar darf Berlusconi nach der rechtskräftigen Verurteilung wegen Steuerbetrugs derzeit keine öffentlichen Ämter bekleiden; doch seit Wochen lässt er keine Zweifel daran, dass er trotzdem wieder der starke Mann in Italien werden will. In den Umfragen liegt sein Rechtsbündnis vor den Linken.

„Die haben nie gearbeitet“

Wer sein aktueller Lieblingsgegner ist, das zeigte er auch am Sonntag im Fernsehen: die populistische Fünf-Sterne-Bewegung des Ex-Komikers Beppe Grillo, die derzeit in den Umfragen vorn liegt. „Die Fünf Sterne sind gefährlicher als die Post-Kommunisten von 1994, als ich das politische Spielfeld betrat“, wetterte Berlusconi. Die Populisten seien eigentlich gar keine Partei, mehr „eine Sekte“, deren Politiker zu großen Teilen „nie gearbeitet“ hätten.

Dann erzählte Berlusconi noch, dass er die Steuern senken, die Renten erhöhen, mehr Arbeitsplätze schaffen und Italien wieder zu alter Stärke führen werde. Berlusconi wie in alten Zeiten.

Und auch seine Schäkereien kann er nicht lassen. Beim Selfie mit Moderatorin D’Urso grinste Berlusconi, als hätte er die Wahl schon gewonnen. (W.B.)