Berlin

Linke-Chefin ruft "Projekt 15 Prozent" aus

Kipping erteilt Vorschlag einer Partei-Neugründung Absage

Berlin. Linkspartei-Chefin Katja Kipping hat sich gegen einen Vorschlag des Ex-Vorsitzenden Oskar Lafontaine für eine neue linke Partei ausgesprochen. "Wenn es zu neuen linken Mehrheiten kommen soll, dann geht das nur über eine Linke, die größer und wirkungsmächtiger ist – Stichwort: ,Größer werden statt Neugründung'", sagte Kipping der Deutschen Presse-Agentur in Berlin anlässlich einer Klausurtagung der Partei an diesem Sonnabend.

Lafontaine hatte angesichts des schlechten Abschneidens der SPD bei der Bundestagswahl zur Bildung einer linken Volkspartei aufgerufen, in der sich Linke, Teile der Grünen und der SPD zusammentun sollten.

Kipping setzt dagegen auf weiteren Zuwachs bei der Linken. "Wir sind jetzt bei guten zehn Prozent, obgleich wir einige Kontroversen gerade sehr öffentlich austragen", sagte Kipping vor dem Hintergrund eines schwelenden Konflikts zwischen der Parteispitze und den Fraktionsvorsitzenden im Bundestag. "Lösen wir unsere Differenzen nach vorne auf, dann können wir eine Politik für potenzielle 15 Prozent machen." Kipping erklärte weiter: "Verbinden und nicht spalten – so beginnt jede wirkliche Sammlung und jeder Aufbruch." Es gehe eher um "das Projekt 15 Prozent" statt um eine Neugründung. Die Linke habe 2017 über 8500 neue Mitglieder aufgenommen.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.