Berlin

Widerstand gegen AfD-Mitglied in Toleranz-Bündnis

Berlin. Im Beirat des Bündnisses für Demokratie und Toleranz regt sich Widerstand gegen das neue Mitglied Jens Maier von der AfD-Bundestagsfraktion. Zwei Mitglieder des Beirats, Andreas Eberhardt und die Direktorin des American Jewish Committee, Deidre Berger, hätten in einem Brief protestiert, berichtete die Berliner "tageszeitung". "Wir sind der festen Überzeugung, dass die Mitgliedschaft im Beirat zwingend nur auf Grundlage einer Akzeptanz der Werte des Bündnisses erfolgen kann", schrieben die beiden demnach an Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

"Wenn ein Beiratsmitglied die demokratischen Werte infrage stellt, denen sich das Bündnis verschrieben hat, wird die weitere Arbeit des Gremiums ad absurdum geführt", heißt es weiter. Der sächsische AfD-Bundestagsabgeordnete und frühere Richter am Dresdner Landgericht, Jens Maier, war wiederholt durch rassistische Einlassungen aufgefallen. Zuletzt war über seinen Twitter-Account der Sohn von Ex-Tennisspieler Boris Becker als "Halbneger" bezeichnet worden. Maier schob die Verantwortung dafür auf einen Mitarbeiter. Die Bundesministerien für Justiz und Inneres hatten das Bündnis für Demokratie und Toleranz im Jahr 2000 ins Leben gerufen, um zivilgesellschaftliches Engagement zu stärken.

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