Verfassungsschutz

Reichsbürger planen Armee: Zahl auf 15.600 gestiegen

Die größte Szene gibt es Bayern: Die Zahl der Reichsbürger ist einem Bericht zufolge stark angestiegen. Einige planen sogar eine Armee.

Darum sind die Reichsbürger gefährlich

Die so genannte Reichsbürger-Bewegung umfasst mehrere Strömungen: von Verschwörungstheoretikern bis zu gewaltbereiten Rechtsextremen. Ihnen allen gemein ist jedoch die Ablehnung der Bundesrepublik Deutschland als souveränem Staat.
Do, 18.05.2017, 15.19 Uhr

Darum sind die Reichsbürger gefährlich

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Die Szene der sogenannten Reichsbürger in Deutschland wird immer größer. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf die Verfassungsschutzämter der Länder berichtet, ist die Zahl der Reichsbürger und sogenannten Selbstverwalter binnen Jahresfrist um mehr als 50 Prozent gestiegen – auf nunmehr 15.600 im Januar 2018. Anfang 2017 gingen die Sicherheitsbehörden noch von rund 10.000 Reichsbürgern in Deutschland aus.

Sorge bereitet den Experten auch, dass die Szene über eine große Zahl an legalen und illegalen Waffen verfügt. Dem Bericht zufolge besitzen mehr als 1000 Reichsbürger eine waffenrechtliche Erlaubnis.

Die Bewegung erkennt die Bundesrepublik nicht an, spricht Behörden und Gerichten die Legitimität ab und behauptet, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Sie wird vom Verfassungsschutz beobachtet, weil ihr auch Rechtsextremisten angehören.

Reichsbürger planen eigene Armee

Die größte Szene gibt es "Focus" zufolge in Bayern, wo die Behörden rund 3500 Reichsbürger zählen. Es folgen Baden-Württemberg mit 2500, Nordrhein-Westfalen mit 2200, Niedersachsen mit 1400 und Sachsen mit 1300 Reichsbürgern, wie es in dem Bericht heißt.

Eine bewaffnete Gruppe innerhalb der Szene plane offenbar sogar den Aufbau einer eigenen Armee. Entsprechende Bestrebungen hätten Verfassungsschutzämter in Ostdeutschland registriert. Sicherheitskreise hätten bestätigt, dass sich Reichsbürger aus mehreren Bundesländern bei einem konspirativen Treffen mit dem Aufbau einer militärischen Organisation befasst hätten. (dpa)

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