Menschenrechte

Schulverbot für Schwangere – Fünf Festnahmen in Tansania

Fünf schwangere Schülerinnen sind in Tansania festgenommen worden. Andere Schülerinnen sollen vor den jungen Müttern geschützt werden.

In Tansania greift der Staat gegen schwangere Schülerinnen und deren Familien hart durch.

In Tansania greift der Staat gegen schwangere Schülerinnen und deren Familien hart durch.

Foto: imago stock&people / imago/robertharding

Genf/Dodoma.  Die tansanischen Behörden greifen schärfer gegen Schwangerschaften bei Schülerinnen durch: In Tandahimba an der Südküste des ostafrikanischen Landes nahm die Polizei am Wochenende fünf schwangere Mädchen und ihre Eltern fest, wie die Tageszeitung „The Citizen“ am Montag berichtete.

Damit seien die Beamten einer Anordnung des Distriktgouverneurs gefolgt. Dessen Sprecher erklärte demnach, die Väter der ungeborenen Kinder seien auf der Flucht. Nach ihnen werde gefahndet. Die Schülerinnen wurden inzwischen auf Kaution freigelassen.

Den Vätern der Kinder drohen bis zu 30 Jahre Haft

Tansanische Menschenrechtler verurteilten die Festnahmen und warfen dem Staat vor, Opfer statt Täter zu bestrafen. Die Regierung von John Magufuli hatte Mitte 2017 ein Schulverbot für junge Mütter angekündigt und damit einen Sturm der Entrüstung in sozialen Medien ausgelöst. Magufuli forderte zudem bis zu 30 Jahre Haft für die Väter. Das harte Vorgehen begründet er damit, dass andere Schülerinnen durch die jungen Mütter „verdorben“ würden.

Laut „Human Rights Watch“ beenden insgesamt weniger als ein Drittel der tansanischen Mädchen, die die Grundschule abschließen, auch die Sekundarstufe. Der Organisation zufolge werden schwangere Schülerinnen schon lange effektiv vom Unterricht ausgeschlossen. Insgesamt gehen in Tansania fünf Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 17 Jahren nicht zur Schule. (epd)