Kinshasa

Kongo schaltet wegen Protesten das Internet ab

Kinshasa.  Kongos Regierung hat das Internet für Mobiltelefone und SMS-Dienste vorübergehend abschalten lassen, um Proteste gegen den Verbleib von Präsident Joseph Kabila im Amt zu verhindern. Die Polizei ging in der Hauptstadt Kinshasa mit Tränengas und Schlagstöcken gegen Menschen vor, die dennoch einem Protestaufruf der katholischen Kirche folgen wollten. Nach Angaben der UN-Friedensmission im Kongo wurden dabei am Sonntag mindestens fünf Menschen getötet und 120 weitere festgenommen, davon 82 in Kinshasa. Die Behörden hatten die Demonstrationen nicht genehmigt. Die Internetsperre sollte die Organisation von Protesten erschweren.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich angesichts der gewaltsamen Auflösung von Protesten besorgt. „Der Generalsekretär fordert die Regierung und die nationalen Sicherheitskräfte zur Zurückhaltung auf“, erklärte sein Sprecher Stéphane Dujarric. Die Regierung müsse das Recht der Bürger zur freien Meinungsäußerung und zu friedlichen Protesten gewährleisten.

( dpa )