Gesundheitszustand

War US-Präsident Trump bei seiner Jerusalem-Rede krank?

Dirk Hautkapp
US-Präsident Donald Trump hatte Jerusalem am 6. Dezember als Hauptstadt Israels anerkannt.

US-Präsident Donald Trump hatte Jerusalem am 6. Dezember als Hauptstadt Israels anerkannt.

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

Wie ist es um die Gesundheit von US-Präsident Trump bestellt? Seine zum Teil nuschelige Jerusalem-Rede gibt Anlass für Spekulationen.

Washington.  War der Inhalt seiner Jerusalem-Rede schon umstritten genug, so sorgt nun die Form in Amerika für Fragezeichen und Befürchtungen. War Donald Trump am Mittwoch krank oder unter Tabletten-Einfluss? Oder hat ihm das Gebiss einen Streich gespielt?

Aus den sozialen Netzwerken ist die Debatte über die teilweise deutlich vernuschelte Rede des Präsidenten inzwischen im Politik-Alltag angekommen. Regierungssprecherin Sarah Sanders sah sich zu einer Klarstellung veranlasst. „Er hatte einen trockenen Hals“, alle andere Spekulationen seien lächerlich.

Trump soll erste Anzeichen von Demenz zeigen

Das findet Steve Schmidt – stellvertretend für viele – nicht. Der frühere Berater des republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain nannte die „Beeinträchtigung“, die Trump vor den Mikrofonen an den Tag gelegt habe, „schaurig“. Zumal die von führenden Psychiatern entfachte Diskussion um Trumps Geisteszustand nicht abreißt.

Wut in der arabischen Welt über Trumps Jerusalem-Entscheidung
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Experten erkennen bei dem 71-Jährigen neben narzisstischen Persönlichkeitsstörungen erste Anzeichen von Demenz. Solche Ferndiagnosen waren unter Fachleuten bisher absolut verpönt. Im Fall Trump, der auffallend oft erratisch reagiere, macht die Zunft der Seelenkundler eine Ausnahme. Und gibt damit jenen argumentative Munition, die den 25. Verfassungsartikel heranziehen.

Trump wird sich im Januar untersuchen lassen

Dort ist festgelegt, dass ein Präsident, „der unfähig ist, die Befugnisse und Obliegenheiten seines Amtes wahrzunehmen“, aus dem Verkehr gezogen werden muss. Das Weiße Haus hat bisher alle Zweifel an der „guten gesundheitlichen Verfassung“ des Unternehmers als böswillige Kritik abgewettert.

Gleichwohl werde sich der Präsident im Januar im Walter-Reed-Militärhospital in Bethesda bei Washington turnusmäßig untersuchen lassen. Die Ergebnisse, so Sanders, werden zeitnah veröffentlicht. Ob Trump sie in einer TV-Ansprache vorlesen wird, ist bisher unbekannt.