Berlin/Rom

Auswärtiges Amt ändert Reisehinweise

Bundesregierung . Papst blickt besorgt auf US-Pläne

Berlin/Rom.  Die Bundesregierung warnt angesichts der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt von Israel durch US-Präsident Donald Trump vor Ausschreitungen in Jerusalem, dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen. Von diesem Mittwoch an könne es in diesen Gebieten zu Demonstrationen kommen, heißt es in den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes. "Gewalttätige Auseinandersetzungen können nicht ausgeschlossen werden." Die Bundesregierung rief dazu auf, sich über die lokalen Medien zu informieren und die betroffenen Gebiete zu meiden.

Papst Franziskus hatte zuvor vor einer Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt von Israel gewarnt. Alle Parteien müssten den "Status quo" der Stadt respektieren, "wie es die entsprechenden Resolutionen der UN vorsehen", sagte er am Mittwoch in Rom. Er verlangte "Klugheit und Besonnenheit", um neue Spannungen zu vermeiden. "Ich kann meine tiefe Sorge über die Situation, die sich in den letzten Tagen entwickelt hat, nicht verschweigen." Der Papst hatte in der Frage am Vortag mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas telefoniert.

Der britische Außenminister Boris Johnson äußerte sich kritisch. "Wir sehen die Berichte, die wir gehört haben, mit Besorgnis", sagte er. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte, "der Status Jerusalems als künftige Hauptstadt beider Staaten" müsse "durch Verhandlungen" geregelt werden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wandte sich mit dem gleichen Argument an Trump. SPD-Chef Martin Schulz warf dem US-Präsidenten vor, die internationale Stabilität zu untergraben: "Erreichte Fortschritte sind damit in Gefahr."

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