Exklusiv-Umfrage

Große Mehrheit der Bürger für Minister Schmidts Rücktritt

Eine Mehrheit der Bundesbürger findet, Agrarminister Schmidt muss wegen der Glyphosat-Affäre gehen. Das zeigt eine exklusive Umfrage.

Glyphosat-Gegner fordern Rücktritt von Schmidt

Mit einer Demonstration vor der CSU-Parteizentrale haben Umweltschützer den Rücktritt von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt gefordert.

Beschreibung anzeigen

Berlin.  Agrarminister Christian Schmidt (CSU ) hat das Vertrauen der meisten Bürger verloren. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag unserer Redaktion sprechen sich mehr als 75 Prozent der Befragten für einen Rücktritt Schmidts aus (Stand 17:30 Uhr).

Demnach sagen 63,8 Prozent, der Minister müsse „eindeutig zurücktreten“. Weitere 13,9 Prozent sind der Meinung, Schmidt müsse „eher zurücktreten“.

Dagegen sind nur rund 16,5 Prozent für einen Verbleib des Ministers im Kabinett. 10,5 Prozent der Befragten sagen, Schmidt solle „eindeutig im Amt bleiben“, weitere sechs Prozent sagen, er solle „eher im Amt bleiben“.

Auch Unions-Anhänger fordern größtenteils den Rücktritt Schmidts

Überraschenderweise sind auch die Unionsanhänger mehrheitlich für einen Rücktritt. Zusammen sagen 70 Prozent, dass Schmidt „eindeutig“ bzw. „eher“ zurücktreten solle.

Lediglich elf Prozent der Sympathisanten von CDU und CSU sprechen sich „eindeutig“ für einen Verbleib Schmidts im Amt aus.

Glyphosat-Alleingang: Merkel rügt Minister Schmidt
Glyphosat-Alleingang: Merkel rügt Minister Schmidt

Erwartungsgemäß fordern die Anhänger von Linkspartei (89 Prozent), Grünen (87 Prozent) und SPD (81 Prozent) mit großer Mehrheit „eindeutig“ den Rücktritt Schmidts.

Schmidt hatte in der EU für eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung gestimmt – gegen den Willen der SPD und Umweltministerin Barbara Hendricks. Der Minister erklärte, bei dem Votum auf eigene Faust gehandelt zu haben. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, er habe damit gegen die Geschäftsordnung der Bundesregierung verstoßen. CSU-Chef Horst Seehofer wusste vorab offenbar Bescheid. Es hatte in den vergangenen Tagen vermehrt Rücktrittsforderungen gegeben. (W.B./ac)