Bayern-Wahl

CSU-Machtkampf: Herrmann tritt laut Bericht gegen Söder an

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Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Foto: Sven Hoppe / dpa

Joachim Herrmann will laut „Süddeutscher Zeitung“ Ministerpräsident Bayerns werden. Sein Konkurrent: CSU-Parteifreund Markus Söder.

München.  Der Machtkampf in der CSU geht offenbar in die nächste Runde: Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, will sich Joachim Herrmann als Spitzenkandidat für die Wahl des Ministerpräsidenten bewerben.

Eine Kampfabstimmung zwischen dem Innenminister und dem derzeitigen Finanzminister Markus Söder, der große Ambitionen auf den Posten angemeldet hat, scheint somit wahrscheinlich.

Treffen mit Seehofer und Dobrindt

Dem Blatt zufolge ist Seehofer im engsten Kreis neben Herrmann mit Alexander Dobrindt, Parteivize Manfred Weber und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zusammengekommen. Dabei habe Herrmann seine Entscheidung mitgeteilt.

Gegenüber der „SZ“ lehnte Herrmann einen Kommentar ab. „Meine Linie ist und bleibt: Ich werde nichts sagen, bis Horst Seehofer sich erklärt hat. Das ist eine Frage des Respekts und Anstands“, sagte er.

Wer folgt auf Seehofer?

In der CSU wird nach monatelangem Machtkampf ein Rückzug von Parteichef Horst Seehofer als bayerischer Ministerpräsident erwartet. Die Landtagsfraktion wolle am Montag in einer Sondersitzung mit Seehofer einen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden Herbst nominieren, sagte Fraktionschef Thomas Kreuzer am Mittwoch in München.

CSU-Landtagsfraktion stellt sich auf Rückzug von Seehofer ein
CSU-Landtagsfraktion stellt sich auf Rückzug von Seehofer ein

„Dann werden wir entscheiden und vermutlich einen Kandidaten, einen Spitzenkandidaten küren für das Amt des Ministerpräsidenten, den wir der Partei vorschlagen werden“, sagte Kreuzer am Rande einer Fraktionssitzung.

„Wir werden das nicht erzwingen“

In der Fraktionsspitze hieß es, die geplante geheime Abstimmung erübrige sich, falls Seehofer wider Erwarten einen Rückzug ablehne. „Wir werden das nicht erzwingen“, sagte ein Mitglied des Fraktionsvorstands.

CSU-Bundestagsabgeordnete in Berlin reagierten erstaunt auf den Bericht: „Ich bin selbst überrascht“, sagte ein Abgeordneter unserer Redaktion. Herrmann sei ein ernstzunehmender Kandidat, der Söder gefährlich werden könne. „Er hat in der Landtagsfraktion ein hohes Ansehen.“

Melden sich weitere Kandidaten?

Söder habe zwar breiten Rückhalt in der CSU-Fraktion im Landtag in München. Es sei aber keineswegs selbstverständlich, dass er die Abstimmung am Montag gewinnen werde. Dass die Wahl morgens um 8.30 Uhr angesetzt worden ist, sei bereits eine Überraschung gewesen.

Möglich sei nun auch, dass sich weitere Kandidaten für die Abstimmung meldeten. So gelte auch die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner nach wie vor als Kandidatin. (bekö/phn/dpa)