Flüchtlingskinder

UN rufen zu Hilfe für Hunderttausende Rohingya-Kinder auf

Unicef: Lage für Flüchtlingskinder aus Myanmar ist kritisch

Unicef: Lage für Flüchtlingskinder aus Myanmar ist kritisch

Seit Ende August sind nach UN-Angaben fast 600.000 Rohingya in das Nachbarland Bangladesch geflohen.

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Hunderttausende Flüchtlingskinder aus Myanmar leben laut Unicef unter armseligen Lager-Bedingungen. Es wird dringend Hilfe benötigt.

Genf.  Die Vereinten Nationen haben zu schneller und umfangreicher Hilfe für Hunderttausende geflohene Rohingya-Kinder in Bangladesch aufgerufen. Die Mädchen und Jungen bräuchten dringend ausreichend Nahrung, sauberes Wasser, Impfungen, Medikamente und psychologische Betreuung, erklärte das Kinderhilfswerk Unicef am Freitag in Genf.

Nach UN-Angaben sind seit Ende August etwa 600.000 Angehörige der muslimischen Minderheit vor Verfolgung in Myanmar nach Bangladesch geflohen. Mehr als 320.000 davon sind Kinder. Täglich überqueren 1800 weitere Minderjährige die Grenze.

Jedes fünfte Kind akut unterernährt

Am kommenden Montag sollen Geberländer auf einer UN-Konferenz in Genf Geld für die Rohingya-Krise bereitstellen. Schätzungweise jedes fünfte Kind sei akut unterernährt. Sie hätten Grausamkeiten in Myanmar erlebt und Angehörige verloren, betonte Unicef-Exekutivdirektor Anthony Lake.

Trotz angelaufener internationaler Hilfsoperationen lebten die meisten Rohingya in Bangladesch im Elend. Sie harrten in überfüllten Behelfsunterkünften aus oder schliefen im Freien. Es bestehe die Gefahr, dass Seuchen wie Cholera ausbrächen.

Erst ein Viertel des nötigen Gelds eingetroffen

UN-Hilfsorganisationen wie Unicef brauchen für die Versorgung der Rohingya in Bangladesch bis Februar 2018 mindestens 434 Millionen US-Dollar (etwa 368 Millionen Euro). Davon war laut einem UN-Sprecher bis Dienstag erst knapp ein Viertel eingetroffen. Die UN hoffen auf großzügige Zusagen auf der Genfer Geberkonferenz.

Die Rohingya, die in Myanmar nicht als Minderheit anerkannt werden und keine Bürgerrechte haben, werden seit Jahren verfolgt. Die neueste Militär-Kampagne gegen die Muslime begann, nachdem eine Rohingya-Miliz Ende August Armee- und Polizeiposten attackiert hatte. Die UN und Menschenrechtsorganisationen rufen seit Wochen die Streitkräfte und die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi auf, die Angriffe zu beenden.

Verlorene Kinder - Helfer vereinen Rohingya-Familien wieder
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(epd/rtr)