"Fake News"

US-Präsident Trump greift amerikanische TV-Sender an

Nach angeblichen „Fake News“ stellt Trump die Lizenz für TV-Sender infrage. Doch Zensur-Maßnahmen stehen im Widerspruch zur Verfassung.

Trump droht kritischen TV-Sendern mit Lizenz-Entzug

Wegen der angeblichen Verbreitung von "Falschnachrichten" hat US-Präsident Donald Trump einen möglichen Entzug der Senderechte für bestimmte US-Sender ins Spiel gebracht. Ausgelöst wurden seine...
Do, 12.10.2017, 09.24 Uhr

Trump droht kritischen TV-Sendern mit Lizenz-Entzug

Beschreibung anzeigen

Washington.  Seit Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist, läuft sein Feldzug gegen die Medien. Berichterstattung, die nicht auf Huldigung und Gefolgschaft basiert, ist dem Unternehmer suspekt. Kritische Journalisten bezeichnet er als "Abschaum" und "völlig verlogene Menschen".

Der "linken Lügenpresse" wirft der erste Mann im Staat, der nach Prüfung von Faktencheckern seit Amtsantritt über 1300 Mal die Unwahrheit gesagt hat, die Verbreitung von "Fake News" vor. Seit seine Präsidentschaft innen- wie außenpolitisch in einer Abwärtsspirale steckt, hat Trump seine Attacken auf die Pressefreiheit massiv verschärft.

Vorläufiger Höhepunkt: Nach einem Bericht des TV-Senders NBC, wonach Trump mit Militärs laut über eine drastische Aufstockung des Atomwaffen-Arsenals nachgedacht haben soll, drückte der Präsident seine Verachtung für die Medien so aus: "Es ist ehrlich gesagt widerwärtig, dass die Presse in der Lage ist, zu schreiben, was immer sie schreiben will." Aber dabei blieb es nicht.

Trumps Initiative erinnert an Präsident Richard Nixon

In Twitter-Kommentaren sprach sich Trump für Zensur-Maßnahmen aus, die im Widerspruch zur Verfassung stehen. Angesichts der "Falschnachrichten" vieler TV-Sender müsse man zum Schutz der Öffentlichkeit über einen Entzug von Sendelizenzen nachdenken, schrieb Trump. Adressat: die Aufsichtsbehörde FCC, auf die der Präsident keinen Zugriff hat.

Trumps Initiative erinnert an Präsident Richard Nixon. Der Republikaner hatte in den 70er-Jahren aus Frustration über die "Watergate"-Berichterstattung der "Washington Post", die ihn zum Rücktritt zwang, ähnliche Überlegungen angestellt.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.