Niedersachsen

Nahles rot-rot-grüne Überlegungen stoßen auf Vorbehalte

SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles zeigt sich offen für ein Linksbündnis. Bei Grünen und Linken ist die Zurückhaltung dagegen größer.

Die neue SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles.

Die neue SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles.

Foto: Inga Kjer/photothek.net / imago/photothek

Berlin.  Die neue SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles kann sich eine Woche vor der Landtagswahl in Niedersachsen eine rot-rot-grüne Koalition in dem Bundesland vorstellen. "Ich glaube, dass wir keine Ausschließeritis gebrauchen können", sagte Nahles dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Anders als bei der Saarland-Wahl sei es kein Fehler, sich diese Option offenzuhalten. "Im Saarland wollten die Menschen Oskar Lafontaine nicht mehr in wichtigen Positionen sehen. Das hat auch die Landes-SPD geschwächt", sagte Nahles. In Niedersachsen sei die Lage völlig anders. Im Bund sei sie ernüchtert über die Erfahrungen mit der Linken. "Ich bin deshalb skeptisch, dass es bald zu einer Zusammenarbeit auf Bundesebene kommen kann", sagte Nahles.

Bartsch: Für Linke geht es um den Einzug

Dietmar Bartsch, Fraktionschef der Linken im Bundestag, reagierte zurückhaltend. "Wir kämpfen um den Einzug in den Landtag und nichts anderes", sagte Bartsch dieser Zeitung. "Klar ist, falls wir in den Landtag einziehen: Kein Abgeordneter der Linken wird Herrn Althusmann zum Ministerpräsidenten wählen." Bernd Althusmann (CDU) möchte in Niedersachsen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ablösen.

Ähnlich äußerte sich Grünen-Chefin Simone Peter. "In Niedersachsen hat die rot-grüne Regierung dem Land gut getan", sagte Peter dieser Zeitung. "Deshalb kämpfen die Grünen dort in erster Linie für eine Fortsetzung von Rot-Grün." Wer eine "große Koalition des Stillstands" verhindern wolle, müsse die Grünen wählen.

Bisher gibt es rot-rot-grüne Landesregierungen in Thüringen und Berlin. Niedersachsen wird von einer Koalition aus SPD und Grünen regiert. Laut Umfragen läuft es auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Weil und Althusmann hinaus. Im ZDF-"Politbarometer" kommen die regierende SPD und die oppositionelle CDU derzeit beide auf 33 Prozent. Die FDP könnte mit zehn Prozent drittstärkste Kraft werden. Die Grünen liegen bei neun Prozent, die AfD kommt auf sieben. Die Linke muss mit fünf Prozent um den Einzug in den Landtag zittern. (ak)

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