Berlin

Spannende Duelle um die Direktmandate

Berlin. Das bundesweite Wahlergebnis war schon früh bekannt am Sonntagabend, aber in einigen Berliner Wahlkreisen mussten die Bewerber bis nach Mitternacht zittern, ehe sie Klarheit über ihre politische Zukunft hatten. Besonders eng war es in Friedrichshain-Kreuzberg/Prenzlauer Berg-Ost. Stundenlang lieferten sich die Grüne Canan Bayram und der Linke Pascal Meiser ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit wechselnden Führungen. Am Ende gelang es der Innen- und Justizpolitikerin, das einzige Direktmandat ihrer Partei in Deutschland zu verteidigen und Hans-Christian Ströbeles Erbe zu retten. Dass das kein Selbstläufer in einer grünen Hochburg war, zeigt der Blick auf die Zweitstimmen: Hier lag die Linke deutlich vor den Grünen. Meiser kann sich trösten, ihm gelang über die Landesliste der Sprung in den Bundestag.

Ähnlich spannend war es in Charlottenburg-Wilmersdorf. Zunächst hatte Tim Renner, bekannt als Musikmanager und ehemaliger Berliner Kulturstaatssekretär, vor dem CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus-Dieter Gröhler gelegen. Erst im Laufe der Nacht drehte sich der Wind und Gröhler rettete einen Vorsprung von 2,6 Prozentpunkten ins Ziel. Obwohl Renner das Zweitstimmenergebnis der SPD deutlich übertroffen hat, schaffte er es nicht in den Bundestag.

Knapp verlief auch das seit vielen Jahren immer wieder ausgefochtene Duell der zwei mittlerweile etablierten Bundestagsabgeordneten in Spandau/Charlottenburg-Nord. Anders als vor vier Jahren hatte diesmal der Sozialdemokrat Swen Schulz mit etwas mehr als einem Prozentpunkt die Nase vorn und verwies seinen langjährigen Rivalen Kai Wegner (CDU) auf Platz zwei. Weil Wegner es über die Liste schaffte, sehen sich beide im Bundestag wieder. Ein knapper Erfolg gelang auch dem SPD-Abgeordneten Fritz Felgentreu in Neukölln. Mit etwas mehr als zwei Prozentpunkten Vorsprung gelang ihm der Sieg gegen Christina Schwarzer (CDU), die er auch bereits 2013 geschlagen hatte.

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