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Gebet im Weißen Haus: Radikaler Pastor dankt Gott für Trump

Ein Gebet im Weißen Haus trägt für viele Beobachter sektenartige Züge. Ein Pastor mit absurden Ansichten lobt Trump in den Himmel.

Sie danken Gott für Präsident Donald Trump: Das Gebet von Prediger Robert Jeffress (links).

Sie danken Gott für Präsident Donald Trump: Das Gebet von Prediger Robert Jeffress (links).

Foto: KEVIN LAMARQUE / REUTERS

Washington.  Ein Gebet im Weißen Haus mit Donald Trump im Mittelpunkt ist zu einer Huldigung für den Präsidenten geworden. Der als „Pastor Trumps“ bekannte Geistliche Robert Jeffress dankt in dem Gebet Gott für den Präsidenten. Umstehende nicken immer wieder ergriffen, fast ekstatisch. Trump war mit religiösen Aussagen bisher nicht groß aufgefallen, er gilt als einer der am wenigsten gottesfürchtigen Präsidenten der US-Geschichte.

In dem Gebet dankt der Pastor seinem Gott unter anderem dafür, dass Trump die Spaltung des Landes überwinden helfe. In den USA standen sich Lager selten so unversöhnlich gegenüber wie Trump-Gegner und Trump-Befürworter. Jeffress sagt aber: „Über Jahrzehnte driftete dieses Land auseinander, und jetzt hast du uns Präsident Donald Trump gegeben, der uns wieder heilt.“

Es fällt auch der Satz „Vater, ich danke dir, dass wir einen Präsidenten wie Donald Trump haben, der an die Macht des Gebets glaubt!“ Er dankt Gott auch für die Weisheit Trumps, einen nationalen Tag des Gebets einzurichten. Trump hatte diesen Tag für die Opfer von Tropensturm Harvey ausgerufen.

Pastor hatte katholische Kirche „Satans Geniestück“ genannt

Der evangelikale Prediger Robert Jeffress leitet eine 12.000 Mitglieder starke Baptistenkirche in Dallas und ist häufiger Gast von Fox News, Trumps bevorzugtem TV-Sender. Der Präsident wählte ihn auch dafür aus, die religiöse Zeremonie vor der Vereidigung am 20. Januar zu leiten. „Ich liebe diesen Typ“, hatte Trump bei einem Wahlauftritt in Texas gesagt.

Er selbst ist Presbyterianer, das ist der größte Zweig der reformierten Kirchen. Sein Leib-Geistlicher Jeffress hat unter anderem schon erklärt, die katholische Kirche sei „das Geniestück Satans“. Trumps Vorgänger Barack Obama war von Jeffress als „Platzanweiser des Antichristen“ bezeichnet worden.

Jeffress war nach Trumps viel kritisierter martialischer „Feuer, Wut und Macht“-Rede mit einer Verteidigung auf Grundlage der Bibel aufgefallen: Gott habe Trump „die Befugnis erteilt, Kim Jong Un aus dem Spiel zu nehmen”. In einem Radiointerview hatte er weiter erklärt, um „Übeltäter wie Kim Jong Un niederzuschlagen”, seien alle Mittel erlaubt, wie etwa Krieg und Mord. Die Bibel gebe im Römerbrief „sehr klare” Anweisungen für den Umgang mit „Handlangern des Bösen”.

Trump hatte Kirchen nach Einführung Geschenk gemacht

Er hatte auch die Menschen angegriffen, die wegen Trumps Auftreten vor Kriegstreiberei warnten: „Hätte man im Zweiten Weltkrieg, als Hitler die Weltmacht anstrebte, auf einige der christlichen Pazifisten gehört, die wir heute erleben, dann würden wir jetzt alle Deutsch sprechen.“

Trump hatte früh nach seiner Amtseinführung ein erstes Dekret erlassen, das ein deutliches Geschenk an evangelikale Gemeinden war: Das Dekret befreite religiöse Organisationen davon, ihren Mitarbeitern über die Krankenversicherung auch Verhütungsmittel finanzieren zu müssen. Christlich geführte Krankenhäuser sollten zudem nicht verpflichtet sein, die Kosten für Abtreibungen und Schwangerschaftskonfliktberatung zu tragen. Er hatte auch einen Zusatz gelockert, der die Gemeinnützigkeit gefährden konnte, wenn Kirchen sich deutlich politisch positionieren. (law)

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