Salafist

Sascha L. wollte Polizisten töten – Terror-Prozess startet

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Siegfried Denzel
Im Februar hatte die Polizei den terrorverdächtigen Sascha L. im niedersächsischen Northeim aufgespürt und festgenommen.

Im Februar hatte die Polizei den terrorverdächtigen Sascha L. im niedersächsischen Northeim aufgespürt und festgenommen.

Foto: imago stock&people / imago/Hubert Jelinek

Ein 26-jähriger Salafist soll einen Sprengstoffanschlag auf Polizeibeamte geplant haben. Der Deutsche war zuvor als Neonazi aktiv.

Braunschweig/Northeim.  Vor dem Landgericht Braunschweig wird im September zum ersten Mal ein IS-Terrorprozess stattfinden. Wie das Landgericht am Mittwochmittag ankündigte, wird die Staatsschutzkammer ab dem 20. September gegen den 26-jährigen Salafisten Sascha L. aus Northeim verhandeln; mit ihm auf der Anklagebank sitzen drei 21- bis 28-jährige Männer mit deutscher, afghanischer und türkischer Staatsangehörigkeit.

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle wirft dem Hauptangeklagten vor, einen Sprengstoffanschlag auf Polizeibeamte geplant zu haben. Er habe sie zunächst in einen Hinterhalt locken und dann mit einer ferngezündeten Bombe töten wollen. Alternativ habe er Bundeswehrsoldaten als Opfer vorgesehen.

Sascha L. war vorher Neonazi

Zur Tat selbst kam es jedoch glücklicherweise nicht: Am 21. Februar konnte die Polizei den Islamisten festnehmen. Der arbeitslose Angeklagte soll vor rund drei Jahren aus Berlin nach Northeim gezogen und vor seiner islamistischen Radikalisierung in der Neonazi-Szene aktiv gewesen sein.

Die Anklage wirft Sascha L. die „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ sowie „Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz“ vor; zweimal habe er mit dem für den Mordanschlag vorgesehenen Sprengstoff Acetonperoxid erfolgreich experimentiert.

Ein Angeklagter wieder auf freiem Fuß

Seine Mitangeklagten müssen sich wegen Beihilfe verantworten. Sie sollen den 26-Jährigen teilweise mit Geld unterstützt beziehungsweise über das Internet seine Tatvorbereitungen unterstützt haben.

Im Falle einer Verurteilung droht den Beschuldigten eine jeweils bis zu zehnjährige Haftstrafe, teilte das Gericht mit.

Drei der vier Angeklagten sitzen seit Februar in Untersuchungshaft. Lediglich ein 21-jähriger Deutscher ist seit Anfang August wegen „Fehlens eines Haftgrundes“ nach rund zweimonatiger U-Haft wieder auf freiem Fuß.

IS-Treueeid auf Video

Zu den wichtigsten Beweisen der Generalstaatsanwaltschaft gegen den Hauptangeklagten zählen zwei Videodateien: Diese hätten nach dem Sprengstoffanschlag veröffentlicht werden sollen; sie zeigen nach Angaben der Celler Anklagebehörde Sascha L., wie er Abu Bakr al-Baghdadi, dem Anführer der IS-Terrormiliz, den Treueeid leistet.

Das Gericht hat insgesamt 14 Verhandlungstage angesetzt. Bleibt es beim ursprünglichen Zeitplan, ist mit einem Urteil am 18. Dezember zu rechnen.

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