London

Leichtathletik-WM bietet Grund für Optimismus

Ein sehr junges deutsche Team hat bei der WM in London überzeugt, meint Dietmar Wenck.

Speerwerfer Johannes Vetter freut sich über seine Goldmedaille

Speerwerfer Johannes Vetter freut sich über seine Goldmedaille

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images for IAAF

London präsentierte sich zum Abschluss der Leichtathletik-Weltmeisterschaften noch einmal von seiner sympathischsten Seite. Blauer Himmel, Sonnenschein, aber vor allem, wie immer an den vergangenen zehn Tagen, ein großartig mitgehendes Publikum, das die Sportler in einer Art und Weise feierte, wie sie es sonst selten erleben. Und wie es bei der 17. Weltmeisterschaft in zwei Jahren in Katar sicher nicht sein wird.

Dort, in Katar, muss die deutsche Mannschaft ihre Generalprobe für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio abliefern. Für den sportlichen Höhepunkt in Japan wird sie jetzt aufgebaut. Bange sein muss ihr davor nicht. In London ist ein sehr junges Team an den Start gegangen, nur neun der 71 Athleten haben die 30 Jahre schon überschritten, von den Medaillengewinnern niemand. Wirkliche Enttäuschungen gab es wenige. Und wenn, dann ausgerechnet von so erfahrenen Ex-Weltmeistern wie David Storl, Raphael Holzdeppe oder Robert Harting. Bis auf den Berliner Diskuswerfer werden auch sie in Tokio noch einmal angreifen.

Aber gerade die Jugend bot in London schon Grund für Optimismus, sammelte neben ordentlichen Platzierungen viele wichtige Erfahrungen. Die erfrischende Sprint-Staffel um Gina Lückenkemper hat ihre besten Zeiten noch vor sich. In den längeren Laufdisziplinen gibt es besonders bei den jungen Frauen um Konstanze Klosterhalfen großes Potenzial. Die immer noch jungen Speerwerfer um Weltmeister Johannes Vetter und Olympiasieger Thomas Röhler können in ihrer Disziplin dauerhaft Medaillen gewinnen, ihre Entwicklung schreitet noch voran. Alle gemeinsam machen die Leichtathletik wieder attraktiver.

Berlin kann sich freuen, dass diese Athleten im nächsten Jahr bei den Europameisterschaften in der Hauptstadt ihre Visitenkarte abgeben. Und Berlin kann zeigen, dass es auch in puncto Stimmung mit London mithält.

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