FDP-Politikerin

Schulministerin hält nichts von „Schreiben nach Gehör“

Die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).

Die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).

Foto: Federico Gambarini / dpa

Schreiben wie man’s hört – die Lehrmethode ist umstritten. Eine FDP-Politikerin und Ministerin bezieht nun klar Stellung dagegen.

Düsseldorf.  Die neue nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sieht die Methode „Schreiben nach Gehör“ für Grundschüler skeptisch. „Das werden wir uns genau ansehen“, sagte Gebauer der Rheinischen Post. „Ich bin keine Freundin dieser Methode.“

Das Konzept „Schreiben nach Gehör“ geht auf den Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen zurück. Dabei sollen Grundschulkinder Lesen lernen sollen, indem sie anfangs mit Hilfe einer Anlauttabelle Wörter so aufschreiben, wie sie sie hören. Die Rechtschreibung wird dabei zunächst nicht korrigiert. Kritiker befürchten, dass Kinder dadurch später Probleme mit der Orthografie haben.

Nur am Anfang sinnvoll

„,Schreiben nach Hören’ ist in meinen Augen nur bis zum Ende des ersten Schuljahres sinnvoll, nach dem Motto: Komm, schreib doch einfach mal was auf“, sagte Gebauer. Danach sei die Methode vor allem für Kinder mit Migrationshintergrund nicht mehr zielführend. Die Schulministerin will sich nun ansehen, wie andere Bundesländer mit der Methode umgehen. „Dann treffen wir zügig eine Entscheidung“, kündigte sie an.

Hamburg und Baden-Württemberg haben „Schreiben nach Hören“ bereits unterbunden.(epd)

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