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Rechtsrock-Konzert in Themar wird teuer – für Steuerzahler

In Thüringen haben sich am Wochenende 6000 Neonazis zu einem Konzert getroffen. Die Kosten dafür muss offenbar der Steuerzahler tragen.

Einer von vielen Polizisten im Einsatz beim Rechtsrock-Festival in Themar.

Einer von vielen Polizisten im Einsatz beim Rechtsrock-Festival in Themar.

Foto: MICHAELA REHLE / REUTERS

Themar.  Das Rechtsrockkonzert am Ortsrand von Themar im Thüringer Landkreis Hildburghausen wird den Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Allein die Kosten des insgesamt dreitägigen Polizeieinsatzes mit Hundertschaften aus fünf Bundesländern und Thüringen dürften mit einer Summe deutlich im sechsstelligen Bereich zu Buche schlagen. Das berichtet die „Thüringer Allgemeine“.

Das Landratsamt Hildburghausen hatte das Konzert mit Verweis auf den Eintritt in Höhe von 35 Euro zuvor als kommerzielle Veranstaltung und nicht als politische Versammlung gewertet, war damit jedoch vor zwei Gerichten gescheitert.

Private Wiese als Parkplatz genutzt

Auf den Kreis Hildburghausen könnten zudem in mehreren Fällen nicht unerhebliche Schadensersatzforderungen von Grundstückseignern zukommen. Am Samstag wurden ohne deren Einwilligung kurzfristig Agrarflächen für Parkplätze und zusätzliche Veranstaltungsfläche genutzt.

Weil das angemeldete Areal für das Rechtsrockkonzert wegen des hohen Besucherandrangs bereits Samstagnachmittag zu klein war, musste der Bereich kurzfristig erweitert werden. Die dafür genutzte Wiese befindet sich aber in Privathand.

Größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland

Die Thüringer Polizei beschäftigt derweil ein Video, in dem Dutzende Rechte vor der Konzertbühne zu sehen sind, die den Hitlergruß zeigen und „Heil Hitler“ rufen. Das Video, das der Polizei zufolge bei dem Konzert aufgenommen wurde, war am Sonntag in den Sozialen Netzwerken aufgetaucht.

Mit etwa 6000 Neonazis mutierte das Rechtsrockkonzert in Südthüringen zur bisher größten Veranstaltung dieser Art in Deutschland. Gegen Konzertbesucher wurden 46 Anzeigen erstattet. Drei Neonazis kamen in Gewahrsam. (km/dpa)

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