Körperkameras

Bahn will Sicherheitspersonal mit Bodycams ausstatten

Getestet hatte die Bahn schon länger. Nun sollen Bodycams bei der Bahn bundesweit kommen. Das Unternehmen will so Mitarbeiter schützen.

Eine Bodycam an der Weste eines Sicherheitsdienst-Mitarbeiters der Deutschen Bahn.

Eine Bodycam an der Weste eines Sicherheitsdienst-Mitarbeiters der Deutschen Bahn.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Berlin.  Bei Einsätzen auf großen Bahnhöfen und zu Sport- und Großveranstaltungen soll das Sicherheitspersonal der Bahn künftig Körperkameras tragen. Die Kameras werden ab dem Spätsommer in ganz Deutschland zum Einsatz kommen, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Donnerstag in Berlin erklärte. Darüber hatte der RBB berichtet. Datenschützer haben Bedenken.

Die Bahn hatte den Einsatz von Videokameras am Körper bereits getestet. Die sogenannten Bodycams kamen etwa in Berliner Bahnhöfen und in Köln zum Einsatz und wurden auch in Zügen ausprobiert. Hintergrund der Aktion sind die zunehmenden Angriffe auf Bahn-Mitarbeiter.

Kameras werden per Knopfdruck aktiviert

„Bodycams sichern Beweismaterial und schützen vor Angriffen“, erklärte der Infrastrukturchef der Bahn, Ronald Pofalla. Sicherheitsteams mit Bodycams seien kein einziges Mal angegriffen worden. Ein eingebauter Monitor, auf dem Angreifer ihr eigenes Verhalten sehen können, habe einen präventiven Effekt.

Die Kameras sollen der Bahn zufolge auf Knopfdruck aktiviert werden können. Die Aufzeichnungen werden demnach verschlüsselt gespeichert. Nur die Bundespolizei könne im Rahmen strafrechtlicher Ermittlungen darauf zugreifen, heißt es.

Lars Klingbeil, netzpolitischer Sprecher der SPD, befürchtet aber Probleme mit dem Datenschutz beim Einsatz der Körperkameras. „Wir haben vor kurzem erst erlebt, dass die Bahn auch gehackt wurde, dass dort Daten abgeflossen wird, und so ein Videomaterial kann natürlich auch missbraucht werden“, sagte der Politiker im ARD-„Morgenmagazin“ am Donnerstag. Der Schutz der Mitarbeiter sei zwar ein berechtigtes Anliegen – allerdings bedürfe es Klarheit darüber, was mit dem Material passiert. (dpa)