Politik

"Es würde reichen, Kaufhäuser und Ladenketten zu öffnen"

Zum Artikel: "Streit um den Einkauf am Sonntag" vom 19. Juni

Als Touristin finde ich es unschön, wenn am Sonntag in einer Stadt alle Geschäfte geschlossen sind. Als Anwohnerin sieht das schon anders aus. Die Welt geht nicht unter, wenn man an einem Tag der Woche nicht shoppen kann. Die Freiheit der Kunden endet, wo die Freiheit des Verkaufspersonals und seiner Familien beginnt. Wie wäre es mit einem Kompromiss zwischen dem Gebot der Sonntagsruhe und dem Kommerz? Es würde reichen, Kaufhäuser und Ladenketten zu öffnen. Wenn das Verkaufspersonal an den höheren Umsätzen finanziell beteiligt würde oder auf Bitte innerhalb der Konzerne versetzt werden könnte, ließen sich auch Härten und Widerstände sicher überwinden.

Heide Binner, per E-Mail

Ich frage mich, woher die Warenhausbetreiber von Karstadt und Co. ihre Weisheiten haben. Sie sollten sich mal am Sonntag in ein Geschäft stellen. Aber nicht am Kudamm oder am Alexanderplatz, sondern in Neukölln oder Hellersdorf. Dann würden sie feststellen, wie sinnlos eine Sonntagsöffnung ist.

Peter Schwarz, Britz

Der letzte große Politiker mit Format hat uns verlassen

Zum Artikel: "Berlin trauert um den Vater der Einheit", vom 17. Juni

Der letzte große Politiker mit Format hat uns verlassen. Helmut Kohl hat es seit Beginn seiner politischen Laufbahn immer wieder verstanden, Klippen zu umschiffen. 1998 ist er dann auf Grund gelaufen, den rechtzeitigen Rückzug verpasste er damals. Auch wenn es viel Schatten in all den Jahren gab, so sehr sind doch seine Verdienste als Einigungskanzler unvergessen. Gerade jetzt würde eine Integrationsfigur wie Kohl der Einigung Europas guttun.

Rainer Szymanski, Grünheide

Die Politiker diskreditieren die Idee eines geeinten Europas

Zum Leitartikel: "Fauler Euro-Kompromiss", vom 17. Juni

Unsere Regierenden scheinen den Wählerwillen offenkundig zu missachten, was Entscheidungen zur EU betrifft. Da wird die erneute Auszahlung der von der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnten Griechenland-Hilfe mit einem faulen Kompromiss beschlossen. Das dicke Ende folgt nach der Wahl. Und dann wundert man sich, warum das Thema Europa niemanden mehr begeistert. Und dass sich mit dem Thema keine Wahlen mehr gewinnen lassen. Die Deutschen wollen ein Europa, aber eines mit klaren Regeln. Bitte keine faulen Deals und eine faire Lastenverteilung. So wie es jetzt läuft, steigen Kritik und Verdruss weiter. Die Politiker diskreditieren die Idee eines geeinten Europas.

O. Freund, per E-Mail

Das Strafmaß müsste zusätzlich erhöht werden

Zum Artikel: "Müll, Partys und Gewalt zerstören Erholungsgebiet", vom 16. Mai

Eine offenbar wachsende Gruppe von Bürgern hat mit dem Staat und seinen Mitmenschen abgeschlossen. Es ist doch nur als Vorsatz zu bezeichnen, wenn Menschen alte Möbel und Kühlschränke in Parks schleppen, anstatt sie bequem und kostenlos beim nächsten Sperrmüllhof zu entsorgen. Gutes Zureden wird da wenig nutzen. Die Personaldecke ist bei Bezirken und Polizei sehr dünn. Daher sollten, wie beim Vandalismus in Bussen und Bahnen, Belohnungen für Hinweise ausgeschrieben werden, die zum Ergreifen der Täter führen. Jeder hat heute eine Handykamera dabei und könnte Beweisfotos machen. Das Strafmaß müsste zusätzlich erhöht werden: In den USA zahlt man für "littering" bis zu 2000 Dollar. Solange das Verschmutzen der Umwelt billiger ist als eine BSR-Sperrmüllabholung wird unsere Stadt mehr und mehr verwahrlosen.

Marco Rosenwick, Wilhelmsruh

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