Einbürgerungen

Nach Brexit-Votum – So viele Briten wie nie wurden Deutsche

Ist das schon die Flucht vor dem Brexit? Der absehbare Abschied aus der EU lässt die Zahl der Einbürgerungen von Briten hochschnellen.

Britische Brexit-Gegner bei einer Demonstranten in Halfifax in West Yorkshire.

Britische Brexit-Gegner bei einer Demonstranten in Halfifax in West Yorkshire.

Foto: Danny Lawson / dpa

Berlin.  Wegen des Brexits sind 2016 so viele Briten in Deutschland eingebürgert worden wie nie zuvor. 2865 Personen bekamen einen deutschen Pass – mehr als viermal so viele wie 2015 (622), wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Dies sei vor allem auf den geplanten EU-Austritt Großbritanniens zurückzuführen.

Die Briten hatten sich im Juni 2016 in einem Referendum dafür entschieden, der Europäischen Union den Rücken zu kehren. Die Brexit-Verhandlungen sollen in der kommenden Woche beginnen und in rund zwei Jahren abgeschlossen sein.

Türken führen die Statistik an

Insgesamt wurden 2016 knapp 110.400 Ausländer eingebürgert. Dies waren 3000 oder 2,9 Prozent mehr als im Jahr davor. 2014 und 2015 war die Zahl der Einbürgerungen noch zurückgegangen.

So geht es jetzt weiter mit dem Brexit

Einbürgerungen türkischer Staatsbürger nahmen wie zuletzt ab – dennoch stellen sie mit 16.290 die bei weitem größte Gruppe der Eingebürgerten in Deutschland. Auf Rang zwei folgen Polen vor Ukrainern und Personen aus dem Kosovo. Bürger aus dem Vereinigten Königreich liegen auf Platz zehn.

Die Eingebürgerten waren im Schnitt 33 Jahre alt und hielten sich seit 17 Jahren in Deutschland auf. Fast 60 Prozent stammen aus Europa, allein 29 Prozent kommen aus EU-Staaten. (rtr)