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„Covfefe“ und Klimaabkommen – Trumps neue Twitter-Scharade

Wieder viel Wirbel um US-Präsident Donald Trump: Er wirft mit einem Tweet und seiner Haltung zum Klimaabkommen zahlreiche Fragen auf.

Alles #Covfefe? - Trump-Tweet macht das Netz verrückt

Spätabends setzte Donald Trump noch einen Tweet ab. Oder den Anfang davon. Und vertippte sich. Es setzte ein Wettlauf ein um die lustigste Deutung.

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Washington.  Am Ende brachte Twitter die Klärung. Nach langem Hin und Her löste US-Präsident Donald Trump gestern das Informations-Chaos um den angeblich bereits feststehenden Ausstieg Amerikas aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auf seine Weise auf. „Ich werde meine Entscheidung im Laufe der nächsten Tage bekanntgeben“, schrieb Trump seinen 31 Millionen Anhängern auf Twitter.

Und fing damit ein, was Regierungsoffizielle zuvor anonym einem halben Dutzend Medien in Washington gesteckt hatten: dass die USA den Vertrag zur Reduzierung von Treibhausgasen verlässt und damit einen Meilenstein in der Umweltpolitik von Trumps Vorgänger Obama schleift.

Trump sorgt auf Twitter für Verwirrung

Aber noch, sagen wiederum anonyme Regierungsmitarbeiter, sei die Entscheidung nicht endgültig. Viele Energie-Riesen in Amerika (einer davon, Exxon Mobil, wurde bis zuletzt von Trumps Außenminister Rex Tillerson geführt) wollen das Abkommen nachverhandelt wissen – aber nicht aufgekündigt.

Unterdessen hat Trump in einem anderen Twitter-Fall für absolute Verwirrung gesorgt. „Despite the constant negative press covfefe“ (zu deutsch: Trotz der dauernden negativen Presse covfefe) hatte er gegen Mitternacht über sein präsidiales Twitter-Konto abgesetzt.

Sicherheits-Experten sind alarmiert

Weil sich niemand einen Reim darauf machen konnte, setzte im Internet eine konzertierte Ermittlung ein, an der sich Tausende beteiligten. Google warf bereits um 10 Uhr unter „covfefe“ rund 600.000 Einträge aus. Später drehte Trump die peinliche Angelegenheit ins Amüsante: „Wer findet die Bedeutung von „covfefe“ heraus? Viel Spaß!“, twitterte der Milliardär, ohne das Rätsel zu lüften.

Darum geht es beim Pariser Klima-Abkommen wirklich
Darum geht es beim Pariser Klima-Abkommen wirklich

Konsensfähig war die Annahme, dass sich Trump nächtens vertippt hatte, als er „coverage“ für „Berichterstattung“ schreiben wollte. Sicherheits-Experten in Washingtoner Denkfabriken sind alarmiert. Falls sich Trump in einer geopolitischen Krisen-Situation ebenfalls digital nicht im Griff habe, könne leicht eine Eskalation ausgelöst werden. Darum: „Trump soll endlich mit Twitter aufhören.“

Trump löst Sicherheitsbedenken aus

Sicherheitsbedenken löst der Präsident auch mit der Herausgabe seiner privaten Handy-Nummer aus. Nach Medien-Recherchen soll Trump den französischen Präsidenten Macron, den kanadischen Premierminister Trudeau und den mexikanischen Staatschef Nieto aufgefordert haben, ihn über seine private Mobiltelefonnummer zu kontaktieren. „Das verstößt nicht nur gegen das diplomatische Protokoll“, erklärten Analysten im US-Fernsehen, „es macht Trump auch zur Zielscheibe feindseliger Lauschangriffe.“

Apropos Zielscheibe. Die Komödiantin Kathy Griffin ließ sich von einem Fotografen in einem offenbar satirisch gemeinten Foto abbilden. Dabei hielt die 56-Jährige etwas in der Hand, das wie das blutüberströmte Haupt von Trump aussieht; eine Anspielung auf die Kopf-Abschneider des Terrornetzwerks Islamischer Staat.

Was die preisgekrönte Künstlerin geritten hat, ist unbekannt. Trump reagiert empört: „Meinen Kindern macht das schwer zu schaffen, vor allem meinem elfjährigen Sohn Barron. Krank!“. Nach einem Tsunami der Wut in den sozialen Medien, dreht Griffin bei und entschuldigte sich. „Ich bin viel zu weit gegangen. Es war nicht lustig. Ich habe einen Fehler gemacht.“ Ihr Forum? Das von Trump. Twitter.

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