Gesundheitswesen

SPD-Gesundheitsexperte will Notfallversorgung neu regeln

Der SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach wirft Krankenhäusern und Ärzten „spektakuläres Versagen“ vor. Er fordert neue gesetzliche Regeln.

SPD-Fraktionsvize und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht im Streit um die Behandlung von Notfallpatienten politischen Handlungsbedarf.

SPD-Fraktionsvize und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht im Streit um die Behandlung von Notfallpatienten politischen Handlungsbedarf.

Foto: imago stock&people / imago/Becker&Bredel

Berlin.  Im Streit um die Behandlung von Notfallpatienten im Krankenhaus sieht SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach politischen Handlungsbedarf. „Die Politik muss eingreifen“, sagte er unserer Redaktion. „Es wird die erste Aufgabe nach der Bundestagswahl sein, die Notfallversorgung gesetzlich neu zu regeln.“ Die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen aus Krankenhäusern, Ärzten und Krankenkassen habe „spektakulär versagt“.

Konkret schlägt Lauterbach vor, die Behandlung von Patienten in der Notaufnahme im Krankenhaus genauso zu bezahlen wie die Behandlung in den Arztpraxen. „Es muss das gleiche Geld für die gleiche Behandlung geben.“ Es sei falsch, Patienten davon abzuhalten, die Notaufnahme aufzusuchen. „Wir brauchen kein Umerziehungsprogramm, sondern mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen“, sagte der SPD-Politiker.

Laumann: Patienten müssen sich auf Notfallhilfe verlassen können

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), appellierte, die Auseinandersetzungen über die Vergütung für Notfälle „nicht auf dem Rücken der Patienten auszutragen“. Patienten müssten sich „darauf verlassen können, im Notfall zu jedem Zeitpunkt einen ärztlichen Ansprechpartner zu erreichen, der die Behandlungsbedürftigkeit abklärt“, sagte er unserer Redaktion. Dafür zu sorgen, sei zunächst einmal der gesetzliche Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigungen. (FMG)