Rüstung

Bundeswehr kauft Leopard-Panzer für 760 Millionen Euro

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Ein Panzer vom Typ Leopard 2 A6 in der Bayern-Kaserne in München (Oberbayern).

Ein Panzer vom Typ Leopard 2 A6 in der Bayern-Kaserne in München (Oberbayern).

Foto: Tobias Hase / dpa

Die Truppe schafft für 760 Millionen Euro zusätzliche Panzer an. Sie waren bereits ausgemustert. Nun sollen sie aber umgebaut werden.

Koblenz.  Die Bundeswehr will die Zahl ihrer Panzer angesichts neuer Bedrohungen in den nächsten Jahren um ein Drittel aufstocken. Das Bundesamt für Ausrüstung der Bundeswehr unterschrieb dazu einen Vertrag mit dem Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann zur Lieferung von 104 ausgemusterten Kampfpanzern und 32 gebrauchten Fahrgestellen für rund 760 Millionen Euro.

Bis 2023 solle damit die von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) festgelegte Zahl von 328 Panzern erreicht werden, berichtete das Bundesamt am Montag in Koblenz.

„Notwendige Stärkung der Panzertruppe“

„Die sicherheitspolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre haben uns die Bedeutung der Panzertechnologie für unsere Verteidigungsfähigkeit eindrücklich vor Augen geführt“, sagte der Vizepräsident des Bundesamts, Armin Schmidt-Franke. „Mit dem heutigen Vertragsschluss legen wir das wehrtechnische Fundament für die notwendige Stärkung der Panzertruppe.“

Die Leopard-Panzer sollen modernisiert werden. „Es sind bestehende Modelle, die aufgearbeitet werden“, sagte ein Sprecher in Koblenz. Nach seinen Angaben ist es aufwendig, beispielsweise aus einem Leopard des Typs 2 A4 einen 2 A7V zu machen.

Erste Fahrzeuge sollen 2019 ausgeliefert werden

Dafür müssten die Waffenanlage geändert werden und ein neues Informationssystem hinzukommen. Der Leopard 2 A7V sei deutlich besser ausgelegt für Kämpfe in der Nacht und für den Einsatz in heißen Gebieten. Die ersten Fahrzeuge sollen 2019, die letzten 2023 ausgeliefert werden.

Woher die gebrauchten Panzer genau stammen, war zunächst unklar. Dazu kommen Fahrgestellte des Typs Leopard 2 A4. Sie sollen erst einmal ins Lager kommen, um in Zukunft als Grundlage für weitere Fahrzeuge wie zum Beispiel einen neuen Brückenlege-Panzer zu dienen.

Deutschland gibt 1,2 Prozent des BIP für Verteidigung aus

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (SPD) hatte bei der Vorstellung seines Jahresberichts im Januar gesagt, die Truppe leide nach wie vor unter mangelhafter Ausrüstung. Er nannte das Beispiel Kampfpanzer.

Die vorhandenen Kampfpanzer sollten um 100 gebrauchte, modernisierungsbedürftige Leopard 2 aufgestockt werden, der Zeitraum für den Rückkauf betrage aber sieben Jahre. Ein Nato-Beschluss verlangt, dass die Mitgliedsstaaten bis 2024 mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) fürs Militär ausgeben sollen. Derzeit gibt Deutschland 1,2 Prozent des BIP für Verteidigung aus. (dpa)

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