Politik

„Bürger merken täglich, dass in Behörden das Chaos droht“

| Lesedauer: 3 Minuten
Brigitte Schmiemann

Zum Artikel: „Deutschland droht
Beamten-Notstand“ vom 19. April

Fast jede Woche eine neue Hiobsbotschaft über den Zustand unserer Behörden in dieser Stadt, und nun auch noch die Meldung, dass der gesamten Verwaltung in Deutschland der Kollaps droht. Und was machen die Politiker? Sie schweigen oder reden das Problem klein. Wie lange will man die Bürger eigentlich noch für dumm verkaufen? Wir merken doch tagtäglich, dass in Berlins Behörden das Chaos droht, dass Polizei und Feuerwehr nicht mehr ordnungsgemäß ihre Aufgaben erfüllen können, dass Lehrer in maroden und baufälligen Schulbauten am Rande ihrer Leistungsfähigkeit arbeiten und dass schließlich die gesamte Berliner Infrastruktur in den letzten 15 Jahren vor allen Dingen von der SPD kaputtgespart wurde. Wir brauchen dringend eine neue innovative und auf die Zukunft ausgerichtete Verwaltung, die genügend Personal hat und die ihre Beamten auch vernünftig entlohnt.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Plötzlich droht Deutschland ein Beamten-Notstand. Die Ausgeschiedenen und aktiven Politiker wissen das schon lange, denn ich unterstelle ihnen die Kunst des Rechnens. Jedoch gehandelt haben sie nicht. Sparen war ja auch bei uns sexy. Lieber 800 Euro mehr an Diäten kassieren. Eine finanzielle Verantwortlichkeit der Politiker für ihre Versäumnisse müsste eingeführt werden.

Wolf-Dietrich Braun, Gatow

Zusteller werfen noch nicht mal Benachrichtigungen ein

Zum Artikel: „Ex-Soldaten als Zusteller“ vom 20. April

In meinem Wohnbereich, der Charlottenburger Schloßstraße, kämpfen wir seit mindestens zwei Jahren mit der Hotline der DHL-Zusteller. Ob schriftliche oder telefonische Beschwerden – die Mitarbeiter sind sehr bemüht, aber es bringt nichts. Hier gibt es mehrere Zusteller, und einige werfen nicht einmal Benachrichtigungskarten ein, weil sie gar nicht beim Kunden anklingeln. Sie haben noch nicht kapiert, dass der Kunde eine Versandgebühr zahlt und ein Recht auf Lieferung an die Wohnungstür hat. Ab 13.30 Uhr gibt’s automatisch den Vermerk: beim Nachbarn zugestellt! Aber dieser „Nachbar“ ist ein Fotoladen und zwei Busstationen entfernt. Die Benachrichtigungskarte kommt, wenn überhaupt, bis zu drei Tagen später. Für Päckchen gibt’s gar keine Benachrichtigung. Ich habe inzwischen schon einen ganzen Ordner voll mit Beschwerdebriefen. Vielleicht sollte man mal die Tourenlänge der einzelnen Zusteller prüfen und daran arbeiten, dass nicht Leute mit Privatkleidung und Autos eines Autoverleihers Pakete ausliefern.

Katharina Mancev, Charlottenburg

Ordnungsämter überfordert, Radfahrer zu kontrollieren

Zum Artikel: „Berlins Radfahrer
werden offenbar kaum kontrolliert“
vom 13. April

Als ehemaligen Mitarbeiter des Ordnungsamts im „Ruhenden Verkehr“ nehme ich wie folgt Stellung: Die meisten Ordnungswidrigkeiten der Radfahrer werden durch das Befahren der Gehwege verursacht, rund 80 Prozent der Radfahrer nutzen den Gehweg und nicht wie vorgeschrieben die Fahrbahn oder die gekennzeichneten Radwege. Die Polizei ahndet dieses Delikt nicht, da keine Zeit vorhanden ist, sondern überlässt es dem Ordnungsamt. Die Angestellten in der Parkraumbewirtschaftung haben keine Befugnisse, gegen diese Radfahrer vorzugehen. Der „Allgemeine Ordnungsdienst“ der Ordnungsämter ist jedoch mit anderen Aufgaben beschäftigt und überfordert, um sich auch noch um die Radfahrer auf dem Gehweg zu kümmern. Warum baut Berlin für viel Geld neue Radwege, wenn doch nur die Gehwege genutzt werden?

Reinhard Schneider, per E-Mail

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