Massentierhaltung

Umweltministerin scheitert beim Kampf gegen Mega-Ställe

Umweltministerin Hendricks will Massentierhaltung einschränken. Doch sie scheitert an Landwirtschaftsminister Schmidt. Der blockiert.

Schweine in einem konventionellen Schweinemastbetrieb.

Schweine in einem konventionellen Schweinemastbetrieb.

Foto: imago stock&people / imago/Marius Schwarz

Berlin.  Umwelt- und Bauministerin Barbara Hendricks scheitert mit einer Initiative gegen Mega-Ställe am Widerstand von Agrarminister Christian Schmidt. Die SPD-Ministerin hatte im vergangenen Jahr eine Änderung des Baurechts vorgeschlagen, die es Kommunen erleichtern sollte, den Bau solcher Anlagen zu verhindern.

"Es hat sich gezeigt, dass die Zustimmung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zu einem solchen Gesetz vor den Wahlen nicht mehr möglich sein wird", schrieb Hendricks nun an ihren Kabinettskollegen von der CSU. "Dieses Ergebnis bedaure ich sehr." Der Brief lag der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vor.

Umweltprobleme durch Massentierhaltung

Hendricks verwies auf die Probleme, die Massentierhaltung verursacht: "Der Trend zu immer größeren Tierhaltungsanlagen kann sich auf die Umwelt-, insbesondere die Gewässer-, Luft- und Bodenqualität sowie auf den Klimaschutz nachteilig auswirken."

Ihr "Intensivtierhaltungsgesetz", für das sie sich weiter einsetzen wolle, werde "letztlich auch die Akzeptanz von Tierhaltung stärken." Schmidt und Hendricks geraten regelmäßig in Streit bei Umweltfragen, welche die Landwirtschaft betreffen.

Hendricks will Bürgerbeteiligung

Die Umweltministerin wollte das Baurecht so ändern, dass alle Ställe ab einer bestimmten Größe nur noch gebaut werden dürfen, wenn sie ein bauplanungsrechtliches Verfahren durchlaufen, an dem Bürger beteiligt werden und in dem die Kommunen die Möglichkeit zur Lenkung haben.

Dieses Gesetz würde eine "erhebliche Belastung" der Tierhalter bedeuten, heißt es in Schmidts Agrarministerium. Zudem beseitige es die Privilegierung landwirtschaftlicher Tierhaltungsanlagen, deren Betreiber in der Theorie über genug Fläche verfügen müssen, um mehr als die Hälfte des Futters selbst anzubauen. Damit entfalle ein Anreiz für Tierhalter, die Größe ihrer Ställe zu begrenzen. (dpa)

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