Bundestagswahl

AfD-Führung will Spitzenteam auch nach Verzicht von Petry

Wessen Gesicht soll für die AfD bei der Bundestagswahl stehen? Das von Frauke Petry sicher nicht. Sie hat abgesagt. Doch wer kommt nun?

Frauke Petry will nicht als Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl für die AfD antreten.

Frauke Petry will nicht als Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl für die AfD antreten.

Foto: imago stock&people / imago/IPON

Köln/Berlin.  Nach der Absage von AfD-Chefin Frauke Petry wollen andere Führungsleute in der Partei keinesfalls auf die Aufstellung eines Spitzenteams für den Bundestagswahlkampf verzichten. Die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch plädierte für ihre Vorstandskollegen Alexander Gauland und Alice Weidel als Teil eines Spitzenteams.

"Ich kann mir vorstellen, dass der Parteitag die beiden voll unterstützt", sagte sie der "Welt". Darüber hinaus sollte jedes führende Mitglied der Partei bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, sagte von Storch. "Das gilt selbstverständlich auch für mich." Der AfD-Bundesparteitag tritt am Wochenende in Köln zusammen.

"Jeder Wahlkampf braucht Köpfe"

Auch der AfD-Co-Vorsitzende Jörg Meuthen unterstützt Gauland als Mitglied eines Spitzenteams. "Ich habe immer gesagt, dass Alexander Gauland eine wichtige Rolle spielen muss. An ihm führt kein Weg vorbei", sagte er den "Ruhr Nachrichten" (Freitag).

Dem in Teilen der Partei diskutierten Verzicht auf Spitzenkandidaten erteilte auch er eine Absage: "Das wäre ein völlig falsches Signal. Jeder Wahlkampf braucht Köpfe."

Vorwurf der Teilung der AfD

Der Brandenburger AfD-Fraktionsvorsitzende Gauland kreidete der Parteichefin Petry erneut an, die AfD in einen realpolitischen und einen fundamentalistischen Teil auseinanderdividieren zu wollen. "Ich habe nie eine Fundamentalopposition gefordert, wie mir das Frauke Petry unterstellt", sagte er der "Stuttgarter Zeitung" .

Gauland überrascht vom Rückzieher Petrys

Am Wochenende muss der Parteitag die Frage klären, wer die AfD im Bundestagswahlkampf führen soll.
Gauland überrascht vom Rückzieher Petrys

"Natürlich wollen wir irgendwann auch regieren, sonst wäre ich nicht in der Partei", sagte Gauland der "Rheinischen Post" (Freitag). Die AfD dürfe sich jedoch nicht der Gefahr aussetzen, als kleiner Partner ausgespielt oder aufgesogen zu werden.

Gauland empfahl der AfD, dem Beispiel der österreichischen FPÖ zu folgen: "Nicht als Anhängsel, aber auf Augenhöhe, dann kann man Verantwortung übernehmen." (dpa)


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