US-Politik

USA verlegen Marine-Kampfverband in die Nähe von Nordkorea

Die Spannungen wegen Nordkoreas Atomprogramm nehmen weiter zu. Jetzt steuern US-Kriegsschiffe auf die koreanische Halbinsel zu. Warum?

Der Flugzeugträger USS Carl Vinson der US-Marine ist am Samstag mit seinen Begleitschiffen in Singapur ausgelaufen und nun auf dem Weg nach Korea.

Der Flugzeugträger USS Carl Vinson der US-Marine ist am Samstag mit seinen Begleitschiffen in Singapur ausgelaufen und nun auf dem Weg nach Korea.

Foto: © Kim Hong-Ji / Reuters / REUTERS

Washington.  Angesichts der wachsenden Spannungen wegen Nordkoreas Raketen- und Atomwaffenprogramm verlegen die USA Kriegsschiffe näher an die geteilte koreanische Halbinsel. Ein Flugzeugträger und weitere Kriegsschiffe würden von Singapur aus in den westlichen Pazifik in Richtung der koreanischen Halbinsel fahren, sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters.

Dies sei auch eine Demonstration der Stärke. „Wir haben das Gefühl, dass eine verstärkte Präsenz nötig ist“, sagte der Regierungsvertreter. Die Marine teilte lediglich mit, dass der Flottenverband „Carl Vinson“ den Westpazifik ansteuere und nicht wie zunächst geplant nach Australien verlegt werde.

Trump hatte härteren Kurs gegen Nordkorea angekündigt

Es ist nicht unüblich für die USA, zusätzliche Kampfflugzeuge und Schiffe in die Region zu verlegen, um militärische Macht zu demonstrieren. US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich in einem Interview gesagt, notfalls würden die USA das Problem Nordkorea allein und ohne China lösen. Die USA befürchten vor allem, dass nordkoreanische Atomraketen eines Tages amerikanisches Festland erreichen könnten.

Nordkorea kritisierte am Sonntag den US-Militärschlag vom Freitag gegen einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien und kündigte an, seine militärischen Fähigkeiten zu erweitern. Der Angriff habe gezeigt, dass der Ausbau der eigenen „Atomstreitmacht“ gerechtfertigt sei, wurde ein Sprecher des Außenministeriums von den Staatsmedien zitiert. Es gebe Stimmen, die den US-Angriff in Syrien auch als Warnung an Nordkorea bezeichnet hätten. Nordkorea habe aber keine Angst „vor solch einer Bedrohung“.

US-Aktion soll Botschaft an alle Länder sein

US-Außenminister Rex Tillerson sagte am Sonntag dem Sender ABC, die US-Aktion in Syrien sei eine Botschaft an alle Länder: „Wenn du internationale Normen verletzt, internationale Vereinbarungen, wenn du eine Bedrohung für andere wirst, dann musst du zu einem Zeitpunkt davon ausgehen, dass es wahrscheinlich eine Antwort gibt.“ Direkt auf Nordkorea bezogen sagte Tillerson, die USA zielten auf eine Denuklearisierung ab, nicht auf einen Regimewechsel.

Die Führung in Pjöngjang wirft den USA regelmäßig vor, durch ihre Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder aber bestreiten.

Die jetzt verlegten US-Kriegsschiffe waren seit dem 18. Februar auf Patrouillenfahrt im Südchinesischen Meer unterwegs. Der Flugzeugträger hatte bereits im März Südkorea angelaufen, um an einem gemeinsamen Militärmanöver der beiden verbündeten Länder teilzunehmen.

USA und China wollen stärker kooperieren

Die kommunistische Regierung in Nordkorea hatte am Mittwoch zum wiederholten Mal gegen UN-Resolutionen verstoßen und eine ballistische Testrakete in Richtung offenes Meer feuern lassen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Aktion. Ballistische Raketen befördern je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe.

Die Spannungen in der Region hatten sich nach zwei Atomversuchen Nordkoreas und zahlreichen Raketentests seit dem vergangenen Jahr erhöht. Nach einem Treffen Trumps mit Chinas Staatschef Xi Jinping in Florida sagte US-Außenminister Rex Tillerson, beide Staaten wollten im Nordkorea-Konflikt stärker kooperieren. Es gebe aber kein Maßnahmenpaket. Xi Jinping teile jedoch die Sicht der USA, dass das nordkoreanische Atomprogramm ein „ernstes Stadium“ erreicht habe. (dpa/rtr)