Politik

„Man sollte lieber einmal die Fahrbahnen erneuern“

Zum Artikel: „Mehr Platz für Radfahrer“ vom 7. April

Leider haben die Autofahrer kaum Freunde im Senat. Der ADAC müsste sich mehr für die Autofahrer einsetzen. Überall, wo extra Fahrradstreifen angelegt wurden, bildet sich im Berufsverkehr ein starker Rückstau, zum Beispiel an der Emmentaler Straße und Markstraße, sodass die Anwohner die Fenster schließen müssen, um nicht die Abgase einzuatmen. Wo ist das umweltfreundlich? Nur die Hälfte der Radfahrer nutzen diese Fahrradstreifen, sonst fahren sie quer durch die Fußgänger. Und im Winter, wenn kaum Radler unterwegs sind, sind sie völlig ungenutzt. Man sollte lieber einmal die Fahrbahnmarkierungen und Fahrbahnen erneuern.

Klaus Möhring, Reinickendorf

Dass sich zurzeit alles ums Radfahren

dreht, hat sicher seine Berechtigung.

Aber es gibt auch noch andere Verkehrsteilnehmer, nämlich ältere Menschen. Prozentual an der Bevölkerung nicht zu vernachlässigen, aber wer kümmert sich um die? Umsteigen aufs Fahrrad – das ist sicher nicht unproblematisch für einen 75-Jährigen, einen Gehbehinderten, einen Theater-, Konzert- oder Opernbesucher. Die immer wieder ausfallenden Rolltreppen und Fahrstühle machen es auch nicht leichter. Ich verurteile die gegenwärtige Hetze auf alles, was Auto heißt. Bitte bei weiteren Planungen der Radfahrlobby auch an all diejenigen denken, die nicht mehr umsteigen können. Man muss fast Pläne für einen Umzug machen, da die eigene Beweglichkeit eingeschränkt werden soll und man Lebensqualität einbüßen wird.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Seit meinem 7. Lebensjahr fahre ich mit dem Rad durch Berlins Straßen und habe mich in den Jahrzehnten dem erhöhten Verkehrsaufkommen angepasst. Leider muss ich feststellen, dass sich die heutige Generation der Radfahrer zum größten Teil rücksichtslos und ohne Kenntnisse bestehender Verkehrsregeln im Straßenverkehr wie Kamikazefahrer verhält nach dem Motto: Ich habe ja einen Helm auf, wenn etwas passiert, ist der Autofahrer schuld. Solange dieses Denken bei dieser Klientel besteht, nutzen auch keine breiteren Radwege etwas. Als Radfahrer, Fußgänger und auch Autofahrer plädiere ich seit Jahren für eine Kennzeichnungspflicht, die auch eine Haftpflicht beinhaltet bei Unfallverursachung seitens des Radfahrers. Dies durchzusetzen, sehe ich als vorrangig an.

Ilse Zippel, per E-Mail

Fünf Jahre habe ich alles per Rad erledigt, Einkäufe, Kindertransport. Dabei habe ich mich auch an die Verkehrsregeln gehalten. Wer schützt uns Fußgänger aber vor den Radfahrern? Wir kamen am späten Nachmittag vom Einkauf und luden alles aus. Da kam ein Radfahrer wie ein Rennfahrer auf dem Fußweg angerast und klingelte, um freie Bahn zu haben. Wozu also das „Graffiti“, genannt Radspur, auf unserer Fahrbahn?

Wir erleben es ständig, dass gute Radwege missachtet werden, die Radfahrer die Radwege in beiden Richtungen benutzen, rote Ampeln ignorieren, ohne Zeichen abbiegen. Es wird Zeit, dass auch Räder Schilder haben, damit man die Rowdys zur Rechenschaft ziehen kann.

E. und F. Marckwardt, per E-Mail

Erst kürzlich fuhr ein Radfahrer auf einer befahrenen Straße vor mir, mit einem Kapuzenshirt bekleidet. Durch die Kapuze im Sichtfeld behindert, änderte er seine Fahrtrichtung nach links sogar in den Gegenverkehr, um auf dem Gehweg weiterzufahren. Durch kurzes Anheben seines Arms deutete er die Fahrtrichtung an. Aber sich umschauen, ob der rückwärtige Verkehr seine Fahrtrichtungsänderung überhaupt zulässt, erfolgte nicht. Die meisten Radfahrer fahren, wo sie wollen und wie sie wollen.

W.-D. Braun, Gatow

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