Verfassungsschutz

Zahl der Salafisten in Deutschland steigt auf über 10.000

Seit 2011 hat sich die Zahl der in Deutschland lebenden Salafisten mehr als verdoppelt. Laut Verfassungsschutz sind es über 10.000.

Gegenstände, die die Polizei bei terrorverdächtigen Salafisten am 9. Februar in Göttingen beschlagnahmte.

Gegenstände, die die Polizei bei terrorverdächtigen Salafisten am 9. Februar in Göttingen beschlagnahmte.

Foto: Swen Pförtner / dpa

Düsseldorf.  Die Zahl der Salafisten in Deutschland ist nach Angaben des Verfassungsschutzes in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Mittlerweile geht das Bundesamt für Verfassungsschutz von mehr als 10.000 Salafisten aus, wie eine Sprecherin der Behörde am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte.

Zu Beginn der Zählung im Jahr 2011 verzeichnete der Verfassungsschutz deutschlandweit noch rund 3.800 Salafisten, im Jahr 2015 bereits 8.350 Anhänger der radikalen Ausprägung des Islam.

Sicherheitsbehörden: Salafismus „zurzeit dynamischste islamistische Bewegung“

Über die Zahlen hatte zuerst die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ berichtet. Demnach bezeichnen die Sicherheitsbehörden den Salafismus als „zurzeit dynamischste islamistische Bewegung“.

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Salafisten predigen einen Islam, der sich eng am Wortlaut des Koran und den Überlieferungen aus dem Leben des Propheten (Sunna) orientiert. Entstanden ist der Salafismus im 19. Jahrhundert in Ägypten. Der Begriff kommt aus dem Arabischen und bedeutet „die frommen Altvorderen“ (as-salaf as salih).

Der Salafismus ist geprägt von stark intoleranten Zügen gegenüber anderen Religionen. Salafisten verstehen sich als die einzig wahre Gemeinschaft der Gläubigen und zählen auch alle nicht-salafistischen Muslime zu Ungläubigen. (epd)