„Maus“-Zitat

Beatrix von Storch will AfD-kritisches Buch stoppen lassen

AfD-Politikerin Beatrix von Storch will ein Buch stoppen, das die Partei kritisch beleuchtet. Anlass dafür ist ein umstrittenes Zitat.

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD, Beatrix von Storch.

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD, Beatrix von Storch.

Foto: Gregor Fischer / dpa

Berlin.  AfD-Vizechefin und Europaabgeordnete Beatrix von Storch geht juristisch gegen ein AfD-kritisches Buch der „Spiegel“-Redakteurin Melanie Amann vor. Grund ist eine Textstelle in dem Buch „Angst für Deutschland“, das Anfang März erschienen ist und aktuell auf Platz 16 der Taschenbuch-Bestsellerliste steht. Die Autorin hatte den Band Ende Februar zusammen mit Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) in Berlin vorgestellt. „Selten so gut entzaubert!“, lautete Altmaiers Urteil:

„Nun hat die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch den Verlag abmahnen lassen, der Verkauf des Buches soll gestoppt werden“, heißt es in einer Mitteilung des Droemer Verlags vom Dienstag. Streitpunkt ist demnach eine Textstelle, „die ein Zitat von Beatrix von Storch aus der Debatte um einen Schießbefehl auf Frauen an der Grenze aufgreift“.

„Mit der Maus abgerutscht“

Die AfD-Politikerin hatte sich seinerzeit laut Parteifreunden intern gerechtfertigt, sie sei bei einem Statement auf Facebook „mit der Maus abgerutscht“ – eine Aussage, die schon Anfang vorigen Jahres vom „Spiegel“ veröffentlicht wurde und über die in den Medien breit berichtet wurde. „Die AfD-Politikerin will dies so nie gesagt haben“, heißt es nun bei Droemer.

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Und darum geht es: Auf Seite 70 von „Angst für Deutschland“ schreibt Autorin Amann: „Von Storch hat für kritische Journalisten, politische Gegner oder Tortenwerfer nur ein spöttisches Lächeln übrig. Sie findet sie so amüsant wie die wild durcheinander krabbelnden Kellerasseln unter einem umgedrehten Stein. Wird es doch einmal eng für sie, wie im Streit um den Schießbefehl, dann ist sie eben ,mit der Maus abgerutscht’. Sie hält sich nur an die Regeln, die gerade passen. Die anderen werden notfalls passend gemacht.“

Verlag: „Der Vorwurf ist haltlos“

Aus der Passage geht also gar nicht hervor, dass das Zitat explizit der Politikerin zugeschrieben wird. Es könnte beispielsweise auch ein Zitat aus einem Medienbericht sein. Gleichwohl will Beatrix von Storch erreichen, dass das Buch nicht weiter verkauft wird.

„Wir werden mit allen rechtlichen Mitteln gegen diesen Versuch, den Verkauf des Buches zu stoppen vorgehen“, hält Hans-Peter Übleis, Verleger von Droemer Knaur, am Dienstag dagegen. Melanie Amann sei „eine exzellente Journalistin“, die fundiert und sorgfältig recherchiere. „Der Vorwurf, unwahre Tatsachen zu behaupten, ist haltlos. Im beginnenden Wahlkampf ist Angst für Deutschland, das hinter die Kulissen der AfD blickt und die Partei kritisch und umfassend analysiert ein wichtiger Beitrag zum politischen Diskurs“, so Übleis.

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