Flüchtlinge

Die Balkanroute schloss vor einem Jahr – Was seitdem geschah

Anfang März 2016 wurde die Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland gesperrt. Die Balkanroute war geschlossen. Was seitdem geschah.

Über die Balkanroute kamen Hundertausende Flüchtlinge nach Deutschland. Seit einem Jahr ist sie geschlossen.

Über die Balkanroute kamen Hundertausende Flüchtlinge nach Deutschland. Seit einem Jahr ist sie geschlossen.

Foto: Peter Kneffel / dpa

Athen/Belgrad/Wien.  Am 9. März 2016 schloss nach Slowenien, Kroatien und Serbien auch Mazedonien seine Grenze für Flüchtlinge und andere Migranten. Damit ist der Weg über den Balkan weitgehend dicht. Hunderttausende waren bis dahin über diesen Weg nach Westeuropa und vor allem nach Deutschland und Österreich gekommen.

Heute versperren rund 525 Kilometer Grenzzäune Flüchtlingen den Weg. Die Folge: Über 60.000 Menschen sitzen in Griechenland fest, etwa 8000 in Serbien. Sie können nicht weiter nach Norden und wollen nicht zurück in ihre Heimatländer. Was politisch seit dem geschah:

• 18. März: Die EU und die Türkei einigen sich auf einen Flüchtlingspakt . In Griechenland ankommende Migranten sollen demnach in die Türkei zurückgebracht werden. Für jeden syrischen Flüchtling, den Ankara zurücknimmt, soll ein anderer Syrer legal in die EU kommen.

• 19. September: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) räumt nach dem CDU-Desaster bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus ein, der Flüchtlingszuzug 2015 sei zeitweise außer Kontrolle geraten.

• 6. Januar 2017: Mehr als 5000 Menschen kommen 2016 bei dem Versuch ums Leben, über das Mittelmehr nach Europa zu fliehen. Diese vorläufigen Zahlen gibt die internationale Organisation für Migration bekannt.

• 11. Januar: Im Vorjahr haben laut Bundesinnenministerium 280.000 Menschen in Deutschland Schutz gesucht . 2015 hatte es noch 890.000 Flüchtlinge gegeben.

• 3. Februar: Mit einem Zehn-Punkte-Plan will die EU die illegale Zuwanderung über das Mittelmeer stoppen. Die Staats- und Regierungschefs einigen sich in Malta auf das Ziel, die zentrale Mittelmeerroute von Nordafrika in Richtung Europa zu unterbrechen. (dpa)